Neuruppin - Nach der Veröffentlichung von Steckbriefen leitender Justizbeamter ermittelt die Staatsanwaltschaft Neuruppin gegen eine „Reichsbürgerin“. Die 47-Jährige hat nach Behördenangaben dazu aufgefordert, Justizmitarbeiter und deren Familien auszuspähen. Gegen die Frau werde wegen Bedrohung ermittelt, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann am Mittwoch.

Weil die Frau mit unberechtigten Geldforderungen zudem versucht habe, Beamte unter Druck zu setzen, gehe es auch um versuchte Erpressung. Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine“ berichtet.

Bereits wegen Beleidigung verurteilt

Die Beschuldigte hatte nach Behördenangaben bereits früher Ärger mit der Justiz. Im Rahmen des damaligen Verfahrens habe sie Beleidigungen ausgesprochen, die nicht mehr hinnehmbar gewesen seien, so Lehmann. In der Folge sei es zu einer Verurteilung wegen Beleidigung gekommen. Die Veröffentlichung der Steckbriefe sei offensichtlich eine Reaktion darauf.

Neben Lehmann selbst waren demnach der Präsident des Landgerichtes Neuruppin, Egbert Simons, sowie weitere vier Richter und Staatsanwälte davon betroffen.

Bereits im vergangenen Oktober habe es eine Durchsuchung bei der Frau gegeben, so Lehmann. Die beschlagnahmten elektronischen Beweismittel würden noch ausgewertet.

Bundesweit etwa 12.600 Anhänger

Sogenannte Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an und weigern sich oftmals, Steuern oder Bußgelder zu zahlen. Der Verfassungsschutz geht bundesweit von etwa 12.600 Anhängern aus. (dpa)