Erneute Einbrüche auf Sicherstellungsgelände: Die Polizei kann sich nicht einmal selbst schützen

Die Pannenserie bei Berlins Polizei reißt nicht ab. Neben Problemen an der Polizeiakademie und Ermittlungspannen im Fall Anis Amri scheint sie auch Sicherheitslücken in ihren Dienststellen zu haben. Innerhalb der vergangenen vier Monate wurde dort mindestens fünfmal eingebrochen. Brisant: Bei einer dieser Taten wollten Komplizen der Münz-Räuber aus dem Bode-Museum offenbar Spuren in einem beschlagnahmten Fluchtwagen vernichten.

Nach der Diskussion um kriminelle Clans, die angeblich die Polizei unterwandern würden, geraten die Wachschützer der Behörde immer mehr in den Fokus. Die meisten Gebäude der Polizei werden von privaten Sicherheitsdiensten bewacht.

Keine Stellungnahme von der Polizei

Wie am Mittwoch bekannt wurde, gab es bereits am 5. Juli einen Einbruch ins Sicherstellungsgelände der Polizei an der Belziger Straße in Schöneberg. Die Täter suchten einen Audi A6, der am selben Tag nach einem illegalen Rennen beschlagnahmt worden war. Das Auto ist Beweismittel, weil es am 27. März beim Diebstahl der Goldmünze „Big Maple Leaf“ (Wert: 3,75 Millionen Euro) als Fluchtwagen genutzt worden sein soll.

Die Einbrecher entleerten einen Pulverlöscher im Innenraum des Fahrzeugs – offenbar, um Spuren zu vernichten. Dies gelang ihnen jedoch nicht. Die Polizei konnte Spuren sichern: Goldanheftungen vom Münz-Coup. Nach Angaben von Beamten wussten die Einbrecher wahrscheinlich aus dem Beschlagnahmeprotokoll, das ihnen die Polizei ausgehändigt hat, wo das Auto steht. Die Polizei wollte sich dazu nicht äußern.

Zugang zur polizeihistorischen Sammlung

Es ist nicht der einzige Einbruch bei der Polizei. Am 18. September verschafften sich Unbekannte Zugang zur polizeihistorischen Sammlung im Polizeipräsidium und stahlen Exponate. Zwei Mal – am 17. und am 20. Oktober – gelangten Unbekannte an der Cecilienstraße in Biesdorf auf ein Sicherstellungsgelände für Autos. Sie klauten einen beschlagnahmten BMW und einen Audi. Wie die Polizei erst am Dienstag mitteilte, nahm sie bereits am vergangen Freitag einen 31-Jährigen fest, der an der Cecilienstraße einen sichergestellten Wohnwagen aufbrechen wollte.

„Die Sicherung der Polizeigebäude ist eine weitere Kernaufgabe, bei der die Führung der Berliner Polizei dauerhaft versagt“, empört sich Marcel Luthe, innenpolitischer Sprecher der FDP. „Eine Unterwanderung der Polizei ist gar nicht notwendig, wenn jeder Kriminelle ohnehin in die Polizeigebäude hineinspazieren und sich an Daten und Beweismitteln bedienen kann.“