Erneut sind rund 150 Einsatzkräfte von Polizei, Steuerfahndung, Zoll und Finanzamt in Neukölln ausgerückt, kontrollierten getunte Autos, Wett-Büros, Shisha-Bars und Cafés. Ab 18 Uhr wurden in insgesamt 17 Lokalen, Wettbüros und Shishabars Kontrollen durchgeführt, insgesamt 124 Personen wurden überprüft. Dabei wurden 40 Verstöße gegen gewerberechtliche Vorschriften und 4 Steuerstraftaten wegen Hehlerei im Zusammenhang mit Shishatabak festgestellt, teilte Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel am Samstag mit. 

"An insgesamt 19 Geldspielgeräte wurden aus steuerrechtlichen Gründen Daten vom Finanzamt erfasst, drei Geldspielgeräte wurden versiegelt und zwei Betriebsuntersagungen ausgesprochen", so Hikel. Die Steuerfahndung verzeichnete zudem "in fünf Betrieben Beanstandungen bei der Kassenführung".

Verbotene Waffen, Drogen, Bargeld

Bei einer Person wurde "ein hoher Bargeldbetrag festgestellt, dessen Herkunft unerklärt blieb". Bei den Kontrollen von Gästen in den Lokalen fand die Polizei zudem mehrere verbotene Waffen und stellte diese sicher. Auch verschiedene Betäubungsmittel, darunter Exctasy sowie "eine größere Menge illegaler Arzneimittel in Form von 100 Tabletten" wurden beschlagnahmt.

Während des gesamten Einsatzes kam es zu zwei Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte, zwei Männer wurden festgenommen und angezeigt. Bei einem der Tatverdächtigen , einem 23-Jährigen, wurden zudem Betäubungsmittel sowie ein Einhandmesser gefunden. 

"Mein Dank gilt allen eingesetzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr professionelles Handeln", sagte Martin Hikel am Samstag. Die Einsatzkräfte hätten  "Neukölln gestern wieder etwas sicherer gemacht". 

Umstrittene Einsätze

Seit mehreren Wochen rücken die Behörden im Brennpunkt-Kiez Neukölln regelmäßig aus, um die dortige Kriminalität in den Griff zu bekommen. "Selbstverständlich", sagte Thomas Spaniel von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nach einer dieser Razzien, könne man "den polizeilichen Nutzen einer solchen Showveranstaltung in Frage stellen". Dennoch sei es im Kampf gegen arabische Clans "wichtig, als Rechtsstaat immer wieder Stärke zu zeigen und sie regelmäßig aus ihrer Wohlfühlatmosphäre herauszuholen". 

Denn anders als anderen Vertretern der Organisierten Kriminalität gehe es den Clan-Mitgliedern "um die öffentliche Zurschaustellung. Und da schadet es auf keinen Fall, ihnen auch öffentlich Grenzen aufzuzeigen“, so Spaniel weiter.