Innensenator Andreas Geisel betritt am Mittwochmorgen sein Wahlkreisbüro in Lichtenberg, um sich ein Bild von den Schäden des Anschlags zu machen.
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BerlinDas Bürgerbüro des Berliner Innensenators Andreas Geisel (SPD) ist erneut Anschlagsziel von Linksextremisten geworden. Unbekannte beschädigten in der Nacht zu Mittwoch mehrere Fensterscheiben und beschmierten die Fassade des Gebäudes im Ortsteil Karlshorst, in dem Geisel sein Wahlkreisbüro hat. 

Auf eine der Scheiben sprühten die unbekannten Täter „Du Wichser“. Anschließend versuchten sie, das Glas zu zerschlagen, was jedoch nur teilweise gelang. Ermittler vermuten, dass der Anschlag von einer kleinen Gruppe begangen wurde, die der linken Hausbesetzerszene zuzuordnen ist. Neben dem Eingang schmierten sie das Symbol für Anarchie an die Fassade. Auf der gegenüberliegenden Seite des Bürgerbüros sprayten die Täter die Worte „Wir bleiben alle!“ an die Hauswand.  Eine alarmierte Streifenwagenbesatzung entdeckte die Sachbeschädigung gegen 1.20 Uhr. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Aufgrund der politischen Parole an der Hauswand ist davon auszugehen, dass die Täter auch auf die knapper werdenden Räume und Orte in Berlin aufmerksam machen wollen. Der Innensenator sagte dazu auf Anfrage der Berliner Zeitung, dass eine Stadt wie Berlin Freiräume brauche. „Diese Freiräume dürfen aber keine Räume sein, von denen Gewalt ausgeht.“ Geisel verwies darauf, dass jeder das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit hat, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen Gesetze verstößt. „Gewalt ist mit Sicherheit der falsche Weg, um Freiräume zu verteidigen“, so Geisel. Der Berliner FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja erklärte, dass es sich dabei um gewaltvolle Einschüchterungsversuche handele. „Hier wird versucht, unsere Demokratie zu untergraben“, so Czaja. 

Geisels Bürgerbüro an der Lichtenberger Dönhoffstraße ist bereits zum dritten Mal Ziel eines Anschlags geworden. Im Mai des vergangenen Jahres warfen Unbekannte Steine gegen die Scheiben. Im Juli 2018 wurde bei dem ersten Anschlag auf das Gebäude die komplette Fassade mit rosa Farbbomben beschädigt. Auch Pflastersteine wurden geworfen. Zwei Steine der ersten Attacke hat der Innensenator in seinem Bürgerbüro in einem Glaskasten ausgestellt. Die Wurfgeschosse seien für Geisel Symbole für Angriffe auf die Demokratie. 

Laut einer Statistik der Polizei gab es im vergangenen Jahr 44 Anschläge auf Wahlkreisbüros von Berliner Abgeordneten.