Schönefeld - Das Problem ist bereits vor längerer Zeit aufgetaucht, nun hat es sich verschärft. Im Flughafen-Aufsichtsrat befürchtet man inzwischen ein neues Terminrisiko. Auf der BER-Baustelle hat sich der Rückstand bei den Arbeiten zur Sanierung der Kabeltrassen vergrößert, sagen Mitglieder des Gremiums. „Dort ist man nicht so weit, wie man es gern hätte“, hieß es. „Ein Anlass, besorgt zu sein.“

Fehler bei den Kabeltrassen

Zuletzt hieß es, dass alle Trassen spätestens im Frühjahr 2019 den Anforderungen entsprechen sollen. Aber das wird offenbar schwierig, wurde wenige Tage vor der nächsten Sitzung des Aufsichtsrats bekannt. Wenn die Aufsichtsräte am Freitag in Tegel zusammenkommen, geht es auch um den Baufortschritt am BER.

In der Hast vor dem 3. Juni 2012, der als Eröffnungstermin proklamiert worden war, wurden viele Kabeltrassen im zentralen Fluggastterminal falsch gebaut und falsch bestückt. Mal reichten die Halterungen nicht aus, um die Leitungen zu tragen. Dann wieder wurden direkt nebeneinander Kabel verlegt, die normalerweise auf Abstand liegen müssen, weil sonst Störungen drohen.

Klappt die Inbetriebnahme?

Mit diesen Problemen haben sich die Flughafenleute immer wieder beschäftigt. Nachdem sie die Kabelhohlraumsanierung als beendet bezeichnet hatte, schaute der Technische Überwachungs-Verein (TÜV) allerdings noch einmal nach – und fand heraus, dass viele Trassen weiterhin nicht den Normen entsprachen. Die Arbeit wurde von neuem begonnen – und dauert weiter an.

Immer noch würden Leitungstrassen nicht richtig funktionieren, immer noch würden Kabel falsch liegen, hieß es. „Die Arbeiten sind auf einem guten Weg, aber es ist ein Mengenproblem. Es ist einfach noch sehr viel zu tun“, sagte ein Mitglied des Aufsichtsrats. „Die Verkabelung ist und bleibt der kritischste Bereich im Flughafen“, so eine andere Einschätzung. Einen Terminrückstand gebe es auch bei der Brandschutzanlage im Terminal – genauer gesagt bei der Hardware für deren Steuerung.

„Das ist der zweite Bereich, der uns zum Schwitzen bringt“, hieß es. Hier müssten noch Schaltkästen und weitere Anlagenteile montiert werden. Dagegen sei bei der Sprinkleranlage und den Brandschutztüren nun ein Ende der Arbeiten in Sicht.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat bekräftigt, dass der Betrieb am BER im Herbst 2020 beginnen soll. Doch bis dahin müsse nicht nur das Bauwerk fertig sein, auch die Inbetriebnahme müsse klappen. „Da wird mir angst und bange“, hieß es in Aufsichtsratskreisen.

Gefragt wird, ob die vom Flughafen beauftragten privaten Bodenverkehrsdienstleister den Aufgaben am BER gewachsen seien. In Tegel gebe es in diesem Bereich immer wieder Probleme – zum Beispiel bei der Gepäckabfertigung. „Wir können nur hoffen, dass es am BER besser läuft.“