BerlinEs ist das erste Mal seit langem, dass Klaus R. an diesem Freitag nicht aus der Untersuchungshaft geholt wird. Der 62-Jährige kommt von zu Hause, betritt den Gerichtssaal ohne Handschellen, ohne Wachtmeister an seiner Seite. Er nimmt im Saal neben seinen Anwälten Platz. Dabei wirft die Staatsanwaltschaft dem einstigen Gerüstbauer Mord vor. Vor nunmehr 33 Jahren soll er Annegret W. in deren Neuköllner Wohnung nach einer versuchten Vergewaltigung umgebracht haben, vor den Augen ihres zweijährigen Sohnes.

Im September 2019 wurde Klaus R. in einem ersten Prozess wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der Angeklagte ging in Revision. Mit Erfolg: Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf und verwies den Fall an eine andere Schwurgerichtskammer. Und nun sieht es ganz so aus, als könnten die Richter den Angeklagten freisprechen. Denn Ende Dezember hob die Kammer den Haftbefehl gegen Klaus R. überraschend auf. Es gebe keinen dringenden Tatverdacht mehr, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Klaus R., der seit dem 15. November 2018 in Untersuchungshaft saß, kam auf freien Fuß.

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