Die ersten Durchfahrtsverbote sind in Kraft (Symbolbild).
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Berlin-NeuköllnDie Einführung von Dieselfahrverboten auf acht Straßen in Berlin hat entgegen erster Angaben bereits am Freitag begonnen. Auf der Silbersteinstraße in Neukölln seien die ersten Schilder montiert worden, teilte das Bezirksamt mit. „Die Fahrverbote gelten mit Installation der Schilder“, hieß es weiter.

Zunächst hatte es seitens des Bezirksamtes sowie der Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt geheißen, am kommenden Montag starte die Montage der Schilder. Nach Angaben eines Sprechers des Bezirksamtes begann die beauftragte Firma damit überraschend jedoch früher. Sie habe diese Planänderung mit einem weiteren kurzfristigen Auftrag bei einem anderen Projekt begründet.

Verkehrsschilder mit Diesel Fahrverbot
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Die bereits im Juli beschlossenen Durchfahrverbote gelten für ältere Diesel-Autos und -Lastwagen bis einschließlich Abgasnorm Euro 5. Für Anwohner, Liefer- sowie Pflegedienste und Handwerker soll es Ausnahmen geben. Die fraglichen Straßenabschnitte umfassen insgesamt 2,9 Kilometer und damit nur einen kleinen Teil des 5450 Kilometer langen Netzes. Sie sind künftig für schätzungsweise 200.000 in Berlin zugelassene Fahrzeuge sowie schmutzige Diesel von auswärts tabu.

In diesen Berliner Straßen sollen auf einer Gesamtlänge von 2,9 Kilometern Fahrverbote für Diesel-Autos und -Lastwagen bis einschließlich Abgasnorm Euro 5 gelten:

  • Leipziger Straße (von Leipziger Platz (Ostseite) bis Charlottenstraße)
  • Brückenstraße (von Köpenicker Straße bis Holzmarktstraße)
  • Reinhardtstraße (von Charitéstraße bis Kapelle-Ufer)
  • Alt-Moabit (von Gotzkowskystraße bis Beusselstraße)
  • Friedrichstraße (von Unter den Linden bis Dorotheenstraße)
  • Stromstraße (von Bugenhagenstraße bis Turmstraße)
  • Hermannstraße (von Silbersteinstraße bis Emser Straße)
  • Silbersteinstraße (von Hermannstraße bis Karl-Marx-Straße)

Hintergrund der Fahrverbote sind überhöhte Stickstoffdioxid-Werte. Nach Klagen des Verbandes Deutsche Umwelthilfe hatte das Berliner Verwaltungsgericht den Senat zu derartigen Maßnahmen verpflichtet. Auch in Hamburg, Stuttgart und Darmstadt sind ältere Diesel vor diesem Hintergrund auf manchen Straßen bereits tabu. Weitere Kommunen könnten folgen, konkrete Planungen gibt es nach einer Übersicht des ADAC etwa in Essen, Frankfurt/Main oder Köln.