In den überfüllten griechischen Lagern herrschen teilweise unhaltbare Zustände.
Foto: AP/Michael Varaklas

BerlinIn Berlin sind am Freitag mehrere Flüchtlinge aus einem überfüllten griechischen Lager angekommen. Die siebenköpfige syrische Familie gehörte zur einer ersten Gruppe von Geflüchteten, die im Zuge eines Bundesprogramms nach Deutschland gebracht wurde. Ihr Flug landete gegen Mittag in Kassel, von wo aus die Menschen auf mehrere Bundesländer verteilt wurden. Die Familie bezog in Berlin eine renovierte Unterkunft. Sie wird nun betreut, verpflegt und medizinisch versorgt, wie Sozialsenatorin Elke Breitenbach mitteilte.

„Ich bin froh, dass wir nach den ersten unbegleiteten Minderjährigen im April 2020 nun weitere geflüchtete Menschen aus den Flüchtlingscamps auf den griechischen Inseln aufnehmen“, sagte die Linke-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Seit einigen Monaten habe Berlin die Bundesregierung gedrängt, aktiv zu werden und das Leben der Menschen zu retten. „Jetzt können sie ihre prekäre Lebenssituation hinter sich lassen und endlich zur Ruhe kommen.“

Berlin nimmt mehr auf als Länder-Verteilungsschlüssel vorsieht

Bis Ende August sollen im Rahmen des Programms 928 Flüchtlinge aus Griechenland nach Deutschland kommen – teils kranke Kinder und Jugendliche mit Familienmitgliedern. Die Hauptstadt nimmt 142 davon auf, deutlich mehr als nach dem üblichen Länder-Verteilungsschlüssel.

Die rot-rot-grüne Landesregierung setzt sich seit längerem für die Aufnahme von Menschen aus griechischen Lagern ein, in denen wegen Überfüllung und schlechter Hygiene teilweise unhaltbare Zustände herrschen. Grünen-Fraktionschefin Silke Gebel und ihr Linke-Kollege Carsten Schatz verwiesen darauf, dass Berlin auch über ein Landesprogramm 300 besonders Schutzbedürftige wie Kranke, Alleinerziehende und Schwangere aufnehmen will. Daher müsse der Senat weiter Druck auf Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ausüben, forderten sie. Der muss für die Landesaufnahmeverordnung grünes Licht geben.