Erstes Date: An diesen Orten wird’s auch im Berliner Winter romantisch

Selbst bei grauem Schmuddelwetter bietet Berlin tatsächlich auch Orte zum Verlieben. Wir hätten da ein paar Indoor-Ideen für ein schönes (erstes) Date.

Das kann man natürlich auch machen: S-Bahn-Fahren in Berlin. Je nach Tageszeit und Linie wird es mehr oder weniger romantisch.
Das kann man natürlich auch machen: S-Bahn-Fahren in Berlin. Je nach Tageszeit und Linie wird es mehr oder weniger romantisch.imago/Panthermedia

Beginnen wir mit der guten Nachricht: Nach meteorologischer Zeitrechnung ist ein Drittel des Winters rum. Heißt aber leider auch: Ein endlos langer Januar und auch der Februar liegen noch vor uns. Wer Single ist, steht vor einem Dilemma. Auf der einen Seite möchte man das Haus im Berliner Schmuddelwinter am liebsten gar nicht verlassen, auf der anderen Seite aber die kalten Tage bei heruntergedrehter Heizung auch nicht so gern allein verbringen.

Also werden auch an grauen Regentagen Tinder, Parship und andere Dating-Portale bemüht, und irgendwann steht es dann an: das erste Treffen. Keine Sorge: Auch bei wolkenverhangenem, regnerischem Wetter bietet die Stadt genügend Orte, die Romantik aufkommen lassen – oder im Zweifelsfall auch einfach genug Ablenkung, wenn die Gesprächsthemen mal ausgehen sollten und peinliche Stille sich breitmacht.

Shoppen im KaDeWe: Hier kann man einiges über sein Date erfahren

Shoppen ist eine gute Idee, wenn man sich noch nicht so gut kennt oder ein klein wenig schüchtern ist. Die Wahrscheinlichkeit von unangenehmen Gesprächspausen, die beim ersten Dinner durchaus entstehen können, ist hier geringer, schließlich sorgt allein die Suche nach Dingen für reichlich Gesprächsstoff. So kann man fast beiläufig die Kleiderstangen durchforsten, während man sein Date besser kennenlernt. 

Wenn Regen und Kälte dem Flanieren auf den Straßen einen Strich durch die Rechnung machen, kann das auch ohne Probleme im Trockenen erledigt werden: Auf 60.000 Quadratmetern findet man im KaDeWe alles, was das Herz begehrt, ohne zwischendurch den Fuß wieder ins kalte Nass setzen zu müssen. Und auch als Date-Idee hat das KaDeWe (Tauentzienstraße 21–24) mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick vielleicht denkt.

Hoch und runter, immer wieder: Das KaDeWe ist kein gewöhnlicher Shopping-Tempel.
Hoch und runter, immer wieder: Das KaDeWe ist kein gewöhnlicher Shopping-Tempel.imago/Dirk Sattler

Schließlich ist es um einiges schöner als andere Kaufhäuser Berlins, und jetzt nach der Weihnachtszeit auch nicht mehr ganz so rappelvoll. Klar, die Preise der Designermarken haben es in sich. Aber für Modeinteressierte kann es auch ein Spaß sein, nichts zu kaufen und sich die neusten Kollektionen zusammen anzugucken. So kann man sich auch gegenseitig beraten, inspirieren und erfährt direkt viel über den Geschmack des Gegenübers. Wenn dann die erste Aufregung verflogen ist, kann man entspannt das besondere Essen sowie den Wein in der sechsten Etage zusammen ausprobieren. Wirklich lecker!


Tropenfeeling: Tiere und Blüten gucken in Ost und West

Gewächs- und Tierhäuser sind der ideale Ort, um sich näherzukommen. Hier ist es warm, es grünt und blüht rundum, fast wähnt man sich im schönsten Frühling. Nehmen wir zum Beispiel das Regenwaldhaus im Tierpark (Am Tierpark 125, Friedrichsfelde), wo sich Paare durch tropisches Dickicht schlagen, dem Gesang farbenprächtiger Vögel lauschen oder Schlangen, Raubkatzen und Krokodile entdecken können. Die Tiere haben sich zum Teil sehr gut versteckt – ein netter Spaß, sie gemeinsam zu suchen.

Im mittlerweile wieder geöffneten Zoo im Westen der Stadt (Hardenbergplatz 8) kann man sich ebenfalls zum Spaziergang verabreden – und bei schlechtem Wetter in eines der Tierhäuser oder ins benachbarte Aquarium flüchten. Beim Staunen über leuchtende Skorpione, giftige Frösche und verblüffende Tarnkünstler wird’s jedenfalls nicht langweilig.

Ebenso wenig wie im Botanischen Garten in Lichterfelde (Königin-Luise-Straße 6-8), wo noch bis 15. Januar allabendlich der Christmas Garden für eine glitzernde Lichtkulisse sorgt – wie gemacht für magische Momente. Außerdem beginnt im Januar die Blütensaison im Kamelien-Gewächshaus, bis in den April wartet dort ein Meer aus roten, rosafarbenen oder weiß-gelben Blüten – ein echtes Winterhighlight unter Glas.


Fotos in der Wow-Gallery: Nichts für Kamerascheue!

Man nehme: ein Ticket für die Wow-Gallery und ein Smartphone. Dann kann es auf Entdeckungsreise zu den zahlreichen Fotolocations gehen, die das Selfie-Museum in der Greifswalder Straße zu bieten hat. Egal ob im Bällebad, dem wohl schönsten Späti Berlins oder dem Gang mit LED-Leuchtstäben: Es können hier nicht nur coole Fotos entstehen, sondern auch süße Erinnerungen. 

In den interaktiven Sets kann man sich austoben und kreativ werden, schnell langweilig wird es hier auf jeden Fall nicht. Von schlechtem Wetter kriegt man in den künstlich belichteten Räumen überhaupt nichts mit. Und, bei anderen ersten Dates traut man sich vielleicht nicht, schon ein gemeinsames Foto zu machen, das erledigt sich hier von selbst. Außerdem bietet sich hier auch die perfekte Gelegenheit für Komplimente, wenn man ein schönes Foto vom anderen gemacht hat. 

So viele kreative Fotolocations wie hier gibt es nirgends sonst in Berlin.
So viele kreative Fotolocations wie hier gibt es nirgends sonst in Berlin.Bernd Friedel

Ein bisschen kitschig und ganz schön glatt: Eislaufen

Zugegeben, es ist ein bisschen cheesy, beim ersten Date gemeinsam Eislaufen zu gehen. Andererseits ist so eine Eisfläche perfekt, wenn man noch nicht so recht weiß, was man so reden soll. Beim Gleichgewicht finden und halten fallen ein paar Minuten des Schweigens gar nicht auf, und im Wackeln und Fallen greift sich die Hand des anderen im Zweifelsfall von ganz allein. 

Ob nun im Erika-Heß-Eisstadion in Wedding (Müllerstraße 185, Saisonende 12. März), in der Eisschnelllaufhalle im Sportforum Hohenschönhausen (Konrad-Wolf-Straße 39, empfehlenswert sind die Abendlaufzeiten Mo–Sa von 19 bis 21 Uhr) oder im Horst-Dohm-Eisstadion in Schmargendorf (Fritz-Wildung-Straße 9) – Berlin bietet reichlich Auswahl für öffentlichen Kufenspaß.

Noch lustiger geht’s im Zenner Wintergarten im Treptower Park zu (Alt-Treptow 15), wo man bis Ende Januar auf der winterlich geschmückten und überdachten Eisbahn nicht nur Schlittschuhlaufen, sondern freitags bei der Eisdisko auch über die Fläche tanzen kann. Dazu gibt’s winterliche Köstlichkeiten wie Waffeln und hausgemachte Glühweine.


Wenn es draußen stürmt: Dinner bei Kerzenschein

Für eine gemütliche Atmosphäre braucht es im Grunde nicht viel: Regentropfen auf der Fensterscheibe, Kerzenschein, gutes Essen und ein Gläschen Rotwein. Für ein romantisches Dinner hat sich seit jeher der traditionelle Italiener bewährt. Im Restaurant Papa Pane in Mitte etwa (Ackerstraße 23) bekommt man nicht nur hervorragende Pizza und Pasta, sondern hier kann man in dem schönen Saal mit den hohen Decken stundenlang versacken und aus guten Gesprächen gar nicht mehr rauskommen.

Es ist in keinem Fall zu versnobt oder zu schick dort, trotzdem kann man sich ein wenig in Schale werfen und ein schönes Kleid, hohe Schuhe oder ein Sakko anziehen. Das lebhafte Geplauder an den Nachbartischen ist nicht so laut, dass man wie im Borchardt manchmal sein eigenes Wort kaum versteht, aber genau richtig, damit die Atmosphäre entspannt bleibt und nicht versteift.


Film gucken im Zoo-Palast: Kino mit Highlights

Ins Kino gehen: Ein Klassiker, der aber immer wieder ein schönes erstes Date beschert. Während der Werbung kann man sich noch angeregt unterhalten und schon die gesamte Packung Popcorn leeren, beim Film kann der erste Körperkontakt gesucht und der Arm um das Date gelegt werden. Im Zoo-Palast (Hardenbergstraße 29a) sind die Karten zwar etwas teurer als in regulären Kinos, dafür gibt es hier einige Highlights, die für eine romantische Atmosphäre sorgen: Logensitze für Pärchen, einen „Sternenhimmel“ an der Kinodecke und einen Wasservorhang vor der Leinwand.

Der große Saal im Zoo-Palast ist schon ohne den Film großes Kino.
Der große Saal im Zoo-Palast ist schon ohne den Film großes Kino.imago/Frank Sorge

Handelt es sich beim ausgesuchten Film dann noch um eine Premiere, so ist es durchaus möglich, dass die Hollywoodschauspieler, die man gleich auf der Leinwand sehen wird, in Fleisch und Blut vor der Leinwand stehen und die Kinogäste begrüßen. Dass man bei seinem erste Date zusammen Brad Pitt getroffen hat, wird wohl noch lange für eine Erzählung gut sein. 


Aktiv werden: Golfen im Schwarzlicht, Klettern in der Halle

Genug in Restaurants und Kinosälen rumgesessen: Zum Ende unserer First-Date-Reise durch Berlin empfehlen wir noch ein paar Orte für ein aktives erstes Treffen. Zum Beispiel das Abenteuerzentrum Bergwerk am östlichen Stadtrand in Hellersdorf (Stendaler Straße 25). Dort kommt das Bauchkribbeln von ganz allein, wenn man sich auf dem Kletterparcours in luftige Höhen schraubt. Der anspruchsvollste Parcours ist zugleich der spektakulärste, denn er führt an den Fassaden des Einkaufszentrums Helle Mitte entlang, hoch hinaus über die Köpfe der Kundschaft. Ähnlich dem alpinen Klettern führt der Weg teils senkrecht nach oben, außerdem sorgt die 40 Meter lange Speed-Seilrutsche quer durch die Mall für einen besonderen Adrenalin-Kick. 

Etwas gemächlicher geht es beim Schwarzlicht-Minigolf im Dockx direkt am Tempelhofer Hafen zu (Ordensmeisterstraße 1-3). Der Minigolf-Bereich besteht aus 18 in die Architektur eingepassten Bahnen – jede einzelne ist eine neue Herausforderung. Die unter Schwarzlicht leuchtenden Bälle scheinen in der Luft zu schweben und überwinden Hindernisse in einer 3D-Landschaft, die ein überwuchertes, versunkenes Berlin nachempfindet und damit alles andere als alltäglich ist.

Genauso wie der Laserparcours, der das sportliche Highlight im Deutschen Spionagemuseum in Mitte (Leipziger Platz 9) bildet. Dort besteht die Herausforderung darin, im in Schwarzlicht getauchten Laserlabyrinth den grünen Laserstrahlen auszuweichen und es so ins Ziel zu schaffen. Ein bisschen wie in „Mission Impossible“, nur dass Sie statt Tom Cruise die Hauptrolle übernehmen. Wir wünschen erfolgreiches Springen, Hüpfen, Kriechen, Robben – und natürlich Verlieben.