Für den notwendigen Ausbau des Hauptstadtflughafens BER, der schon vor dessen Eröffnung absehbar ist, liegt jetzt eine Lösung auf dem Tisch. Sie sieht vor, das zentrale Fluggastterminal in Schönefeld um zwei Anbauten erheblich zu erweitern. „Dann hätte der BER eine Kapazität von rund 45 Millionen Fluggästen pro Jahr“, sagte Staatssekretär Rainer Bretschneider, Flughafenkoordinator der Brandenburger Landesregierung, der Berliner Zeitung. An diesem Freitag will der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft über den Kapazitätsplan beraten.

Experten warnen davor, dass der neue Flughafen nach seiner Eröffnung bald zu klein sein wird. Das Terminal mit seinen Flügelbauten, dem Pier Nord und dem Pier Süd, ist in ihrer jetzigen Gestalt für 27 Millionen bis 30 Millionen Passagiere jährlich ausgelegt. Allerdings wird die Zahl der Fluggäste in Berlin schon in diesem Jahr die 28-Millionen-Marke erreichen.

Jetzt liege ein tragfähiges Konzept vor, wie die Kapazität des BER rasch erweitert werden könnte, sagte Bretschneider. Zunächst soll der Pier Nord, an dem Passagiere von Billigfliegern auf ihre Flüge warten werden, durch einen Anbau erweitert werden. „Er bekäme Check-in-Schalter, eine eigene Gepäckanlage, eine eigene Security und auch eine separate Brandschutzanlage“, teilte Bretschneider mit. Dadurch könnten pro Jahr mindestens acht Millionen Fluggäste zusätzlich abgefertigt werden.

Der erste Anbau könnte zur BER-Eröffnung fertig werden, die für 2018 erwartet wird. Kostenschätzungen liegen noch nicht vor. Doch Flughafenchef Hartmut Mehdorn geht davon aus, dass der Anbau längst nicht so teuer sein wird wie die zwei Satellitengebäude, die mittelfristig auf dem Vorfeld des zentralen Terminals entstehen sollten.

Für diese rechnen Experten mit Kosten von bis zu 500 Millionen Euro. Problematisch daran sei auch, dass der geplante Tunnel eingespart worden ist und die Satelliten keine Abfertigungsanlagen bekämen, so Bretschneider. „Deshalb ist die Idee, die Piers zu erweitern, praktikabler.“ Der Pier Süd des BER könnte ebenfalls mit einem Anbau erweitert werden, hieß es. Ein zweites zusätzliches Abfertigungsgebäude würde die Kapazität des BER noch einmal um mindestens acht Millionen Fluggäste pro Jahr erweitern.

Der Plan, den heutigen Flughafen Schönefeld jahrelang weiter zu betreiben, nachdem der BER eröffnet sein wird, ist laut Bretschneider vom Tisch. Die Gebäude müssten sonst für einen dreistelligen Millionenbetrag umgebaut werden, sagte er. „Schönefeld-Alt bleibt allenfalls zwölf bis 18 Monate offen.“ Für den Flughafenchef äußerte der Politiker „großes Verständnis“.