Berlin - Das Land Berlin will wenigstens zwei Hektar Fläche ankaufen, so dass der Mauerpark von derzeit acht auf mindestens zehn Hektar Fläche vergrößert werden kann. Erste Gespräche dazu fanden bereits in dieser Woche zwischen dem Senat, dem Bezirk Mitte und dem Immobilienunternehmen CA Immo aus Wien statt. Der CA Immo gehören 10,5 Hektar Fläche neben dem Mauerpark, wovon das Land einen Teil für die Parkerweiterung benötigt. Nach Informationen der Berliner Zeitung überlegt der Senat sogar, das komplette Areal aufzukaufen.

Finanzierung ist unklar

Wie das finanziert werden soll, ist noch unklar. Wie es heißt, könnte für Teilflächen zum Beispiel das Geld herangezogen werden, das bislang für eine Gestaltung der neuen Grünanlagen vorgesehen war. Dabei soll es sich um eine Summe von gut drei Millionen Euro handeln.

Auch der Bezirk Mitte spricht sich für eine schnelle Erweiterung des Mauerparks aus. Nachdem das Verfahren seit Jahren in einer Sackgasse steckt und ein Deal mit der CA Immo scheiterte, beschloss das Bezirksparlament am Donnerstagabend, dass das Bebauungsplanverfahren jetzt weitergeführt wird. So hatten es SPD, CDU und Grüne verabredet. Der Bezirk reagiert damit auch auf eine Ultimatum von Christian Gaebler (SPD), dem Staatssekretär in der Stadtentwicklungsbehörde. Dieser hatte im März vom Bezirk eine Entscheidung verlangt. Denn sollte die Grünanlage in diesem Jahr nicht mindestens zehn Hektar groß werden, müsste das Land 2,25 Millionen Euro Fördermittel an die Allianz Umweltstiftung zurückzahlen.

Nach massiver Kritik von Bürgerinitiativen insbesondere aus Prenzlauer Berg wie dem Bürgerverein Gleimviertel und der Stiftung Welt-Bürger-Park, die eine Bebauung auf den CA-Immo-Flächen grundsätzlich ablehnen und das komplette Areal für eine Parkerweiterung fordern, hat der Bezirk nun seine Planung verändert. Auf dem etwa 3,5 Hektar großen Areal nördlich des Gleimtunnels soll weiterhin Wohnungsbau möglich sein. Nach Vorstellungen der CA Immo könnten dort bis zu 550 Wohnungen entstehen. Zugleich sollen die sieben Hektar Fläche zwischen Bernauer Straße und Gleimtunnel unbebaut bleiben. Das Bezirksparlament schlägt vor, dass zunächst etwa drei Hektar Fläche für die Erweiterung angekauft werden, auf den übrigen Flächen ist eine gewerbliche Nutzung vorerst weiter möglich. Später könnten auch diese Flächen aufgekauft und als Grünflächen in den Mauerpark integriert werden. Das Restaurant Mauersegler sowie der Flohmarkt sollen bestehen bleiben.

Der Verein Freunde des Mauerparks kann „mit diesem Kompromiss leben“, sagt Sprecher Rainer Krüger. Es sei ein Erfolg, dass die Flächen südlich des Gleimtunnels von jeglicher Bebauung frei bleiben. Im Norden bestehe man auf einem 25 Meter breiten Grünstreifen als Abstand zum Kinderbauernhof.

Die CA Immo will den Beschluss des Bezirks nicht kommentieren. „Wir müssen die politische Willensbildung im Land Berlin abwarten. Wir erwarten jetzt konkrete Vorschläge und eine Offerte. Das können wir dann prüfen und bewerten“, sagt Sprecher Wilhelm Brandt. Man lege Wert auf ein Gesamtpaket, so dass der Nord-Bereich entwickelt und erschlossen werden kann.