Als ich noch kein Kind hatte, dachte ich, eine Kita ist dazu da, dass man sein Kind dort abgibt, um den Kopf frei zu haben und in Ruhe zu arbeiten. Ich habe seitdem viel gelernt, ich kann den Unterschied zwischen kommunalen Trägern und Eltern-Initiativ-Kitas erklären, ich weiß, dass die Zahl der Kinder, die ein Erzieher pro Gruppe betreuen soll, in jedem Bundesland festgelegt ist. Nun habe ich auch das Wort „Kitanotstand“ gelernt.

Der Kita, in die das Kind seit über einem Jahr geht, läuft das Personal weg: drei von drei Vollzeit-Erzieherinnen gehen, die eine in den Mutterschutz, die nächste, die Lieblingserzieherin des Kindes, ins besser bezahlte Brandenburg, die dritte auf Weltreise. Eigentlich sollte sich eine Erzieherin um nicht mehr als fünf Kinder kümmern, so hat es der Senat festgelegt. In der Kita des Kindes kümmern sich derzeit eine Teilzeitkraft und eine Ausbildende um etwa zwanzig Kinder. Mit Früherziehung, den Ansprüchen, die das Landesbildungsprogramm formuliert, hat das nichts zu tun. Die beiden Erzieherinnen sind engagiert und fleißig, aber sie stoßen an die Grenzen ihrer Kräfte. Der freie Träger, ein gemeinnütziges Unternehmen, das nicht nur Kitas, sondern auch Flüchtlingsheime betreibt, droht damit, den Betrieb zu schließen, weil sich kein Personal findet.

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