Berlin - Wer in Berlin eine bezahlbare Wohnung sucht, hat es seit Jahren schwer, weil die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt. Besonders schwer ist die Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft für Eltern mit Kindern. In Berlin und in München müssen mittlerweile selbst Akademiker-Familien rund ein Drittel ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben, wie aus einer jetzt veröffentlichten Analyse des Immobilienportals Immowelt hervorgeht.

Familien haben es deshalb so schwer, eine passende Wohnung zu finden, weil sie sich gegen die Konkurrenz nur selten behaupten können. So ist es für eine fünfköpfige Familie mit einem oder anderthalb Einkommen kaum möglich, sich gegen einen Haushalt mit zwei Doppelverdienern ohne Kinder durchzusetzen – weil sich die Vermieter in der Regel für das zahlungskräftigere Paar entscheiden. Selbst für eine fünfköpfige Wohngemeinschaft ist es einfacher, eine bezahlbare Fünfzimmerwohnung zu finden, weil die Miete auf fünf Personen verteilt werden kann.

Nach der Geburt von Kindern reicht der Platz nicht mehr

Dabei müssen gerade viele junge Familien umziehen, weil nach der Geburt eines oder zweier Kinder die alte Wohnung nicht mehr groß genug ist. Was die Wohnungssuche von Familien erschwert: Oft leben in den großen Wohnungen, in denen früher Familien lebten, nur noch zwei Personen, nachdem deren Kinder ausgezogen sind. Für die alten Mieter lohnt sich aber ein Auszug nicht, weil eine neue kleinere Wohnung teurer als die alte große Wohnung ist. So sitzen die einen in zu großen, die anderen in zu kleinen Wohnungen.

In dieser Situation machen viele Familien das, was aus ihrer Sicht der einzige Ausweg scheint: Sie ziehen ins Umland. Dort lässt sich der Traum von den eigenen vier Wänden, den viele haben, noch am ehesten realisieren. Um eine solche Abwanderung zu verhindern, muss Berlin mehr tun. Das Wichtigste ist, ausreichend familienfreundliche Wohnungen zu bauen. Bis sich die Lage entspannt, könnte ein Anreizsystem geschaffen werden, das die Vermietung von Wohnraum an Familien belohnt.