BerlinHenryk K. ist früher gekommen. Er steht mit seinem Einkaufsroller vor der Trinitatiskirche. Es ist 11 Uhr, kalt und ungemütlich. Der Berliner trägt zwei langarmige T-Shirts unter seiner Lederjacke. „Viele sind zeitig da, nicht weil sie Angst haben, nichts mehr zu bekommen, sondern weil wir uns fast alle kennen, und Gelegenheit haben, uns auszutauschen“, sagt er: „Es ist fast wie ein Familientreffen.“ Um 11.30 Uhr startet die Lebensmittelausgabe. Seine von der Tafel vorgegebene Einlasszeit ist heute um 13 Uhr.

Henryk K. ist arbeitslos. Der Berliner lebt seit 46 Jahren in seiner Wohnung in Charlottenburg, die er bis vor ein paar Jahren mit seiner Mutter teilte, bis diese starb. „Ich habe jahrelang als Pfleger gearbeitet, dann bekam ich Rückenprobleme.“ Er machte sich mit einer Videothek selbstständig. Die ging bankrott. „Man ist schneller in dem Teufelskreislauf als man denkt“, sagt der 55-Jährige.

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