SUV auf der Schloßstraße im Bezirk Steglitz. (Symbolbild)
Foto:imago images/Stefan Zeitz

BerlinDer schreckliche Unfall im September vergangenen Jahres ist den meisten Berlinern noch präsent: Auf der Invalidenstraße in Mitte fuhr ein Mann mit seinem Auto in eine Gruppe Fußgänger, mehrere Menschen wurden getötet. Der Mann, der den tödlichen Unfall verschuldete, fuhr einen SUV. Sofort entbrannte eine hitzige Diskussion darüber, ob man die riesigen, für die Stadt komplett unnützen Wagen aus der City verbannen sollte. Der einhellige Tenor: SUV seien lebensgefährliche Waffen. Dabei kommen bei Unfällen mit SUV nicht mehr Menschen ums Leben als bei Zusammenstößen mit anderen Pkw.

Ein Unfall wie am Wochenende am Hardenbergplatz, wo ein alkoholisierter 24-Jähriger mit einem SUV in eine Menschenmenge fuhr und mehrere Personen schwer verletzte, hätte auch mit jedem anderen Auto passieren können. Trotzdem beginnt die Debatte um die Geländewagen aufs Neue. Der SUV scheint als Reizthema verkehrspolitisch noch nicht ausgedient zu haben. Warum eigentlich?

Sicher ist ein SUV keine unüberlegte Anschaffung. Dem Fahrer vermittelt ein Wagen dieser Größenordnung ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Man sitzt weit über dem Verkehr in einer Art Stadtpanzer, der gut gedämpft durch die Straßen rollt. Ob man deswegen auch sorgloser oder gar rücksichtsloser fährt, ist nicht mehr als eine Vermutung. Dass SUV-Fahrer ein gesellschaftliches Statement setzen, mag sein. Es ist aber nur ein Statement.

Die Bedrohung, die manche Menschen beim Anblick eines SUV empfinden, ist nachvollziehbar. Doch jedes Auto, das mit erhöhter Geschwindigkeit auf einen zurast, ist eine Bedrohung. Bei beiden erwähnten Unfällen war die Art des Wagens jedenfalls nachrangig. Und da kommt der Fahrer ins Spiel. Es waren nicht die Autos, die die beiden Unfälle verursacht haben - es waren die Fahrer. Da sollte man ansetzen.