Berlin - Am 26. September gibt es in Berlin einen doppelten Marathon. Einen der Läufer und den der Wähler: Nach 31 Jahren fallen wieder Bundestagswahl, die Wahl zum Abgeordnetenhaus und den Bezirksverordnetenversammlungen auf den selben Tag. Und dann gibt es noch den Volksentscheid zur Wohnungsenteignung. Fünf verschiedene Stimmzettel sind im Rennen. Es wird wohl eine der aufwändigsten und teuersten Wahlen, die es jemals in der Hauptstadt gegeben hat.

„Wir gehen von zusätzlichen Kosten von bis zu vier Millionen Euro aus“, sagt Geert Baasen, Leiter der Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin Berlin. Allein für die Hygienemaßnahmen wie Spuckschutzwände, Schnelltests für die Wahlhelfer und Desinfektionsmittel schätze er einen Betrag von rund einer Million Euro. „Es wird das größte Wahlereignis seit der Wiedervereinigung“, sagt er. Die genauen Kosten ließen sich allerdings noch nicht beziffern, da sie insbesondere vom Briefwahlanteil abhängig seien. Darüber gebe es jetzt noch keinen genauen Überblick. Die Briefwahl beginnt in Berlin ab dem 15. August. Fest steht aber auch: Die Wahl wäre nach Aussagen von Baasen wesentlich teurer geworden, wenn sie an zwei verschiedenen Tagen durchgeführt worden wäre. Möglich wäre es nämlich gewesen, die Bundestagswahl und die Wahl zum Abgeordnetenhaus zu trennen. Der Volksentscheid könne mit jeweils beiden Wahlen gekoppelt werden. Einzig und allein die Wahl der BVV sei rechtlich zwingend an die Berlin-Wahl gebunden. „Die Trennung hätte aber mehrere Millionen mehr gekostet“, so Baasen. In jenem Fall hätten extra Wahlkarten gedruckt und Briefwahlunterlagen doppelt versendet werden müssen. 

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