Berlin. Etwa 300 Menschen haben sich nach Angaben des Veranstalters in Berlin erneut für den kompletten Erhalt des weltbekannten Mauerdenkmals East Side Gallery stark gemacht. Mitglieder verschiedener DDR-Opferverbände hätten am Sonntag auf einer Bühne zu den Demonstranten gesprochen, sagte Lutz Leichsenring vom Bündnis «East Side Gallery retten!». Nach Polizeiangaben verlief die Aktion ohne Zwischenfälle.

Jeder Teilnehmer hätte seine ganz eigenen Beweggründe, sich gegen einen Teilabriss des künstlerisch gestalteten Abschnitts der Berliner Mauer einzusetzen, sagte Leichsenring nach der Kundgebung. «Für die einen ist es eine stadtentwicklungspolitische Geschichte, für die anderen das Kunstwerk, aber natürlich ist es vor allem das Gedenken an die Maueropfer.» Das Bündnis plane nun aber keine großen Proteste mehr, sondern eher inhaltliche Aktionen wie Lesungen oder Podiumsdiskussionen.

Trotz wochenlanger Proteste hatte Investor Maik Uwe Hinkel Ende März damit begonnen, Betonsegmente aus der Mauer heraustrennen zu lassen. Die neue Lücke soll Hinkel zufolge als Baustellenzufahrt für ein Wohnhochhaus genutzt werden. Die Initiatoren des Bündnisses fordern von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), ein Ersatzgrundstück zum Tausch anzubieten. (dpa/bb)