Berlin - Das Immobilienunternehmen CA Immo aus Wien will das 30 Meter hohe Haus am Washingtonplatz unmittelbar an der Spree errichten. Das sagte Henrik Thomsen, Chef der Berliner Niederlassung von CA Immo. 70 Millionen Euro will das Unternehmen in den Neubau neben dem Hotel Steigenberger, für das Anfang November der Grundstein gelegt wurde, investieren. Etwa 600 bis 800 Beschäftigte könnten dort einmal ihre Büros haben.

Die ersten Mieter stehen fest. Wie Thomsen sagt, werden die internationale Anwaltssozietät White & Case LLP sowie der Anbieter von flexiblen Arbeitsplätzen Regus einziehen. White & Case hat das Bundesfinanzministerium beim Verkauf der TLG Immobilien beraten – einem Milliardengeschäft. In Deutschland sind in der Kanzlei 250 Anwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Notare an Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und München tätig.

Spekulativer Bau

Obwohl von den beiden Mietern nur ein Drittel des Bürohauses belegt ist, will CA Immo im Frühjahr 2013 mit dem Bau beginnen. Nach Einschätzung des Unternehmens sei derzeit die Nachfrage nach guten Büroimmobilien in der Innenstadt wieder vorhanden, so dass sich ein spekulativer Bau lohne. Das belegt der Mietpreis, der sich laut Thomsen „im Rahmen der Berliner Spitzenmiete bewegt“. Die liegt derzeit bei 22 Euro pro Quadratmeter, vier Euro mehr als am Potsdamer Platz.

Entworfen wurde das Haus vom Architekten Moritz Auer vom Münchener Büro Auer Weber. Das Büro hatte vor sechs Jahren den städtebaulichen Wettbewerb für die Gestaltung des Karrees gewonnen, zu dem außer dem Bürohaus und dem Steigenberger-Hotel auch ein Intercity-Hotel (Fertigstellung Herbst 2013) sowie ein weiteres Bürohaus eines Investors aus der Gesundheitsbranche gehören.

Fassade aus Naturstein

Bei der Gestaltung der Fassade will CA Immo von der bisherigen, monoton wirkenden und eher kastenförmigen Architektur der anderen Gebäude abweichen. „Das Bürohaus liegt an der schönsten Kante des Platzes, dort wollen wir den Mietern etwas besonderes bieten“, sagt Thomsen. Die Fassade soll zwar ebenfalls aus einem hellen Naturstein bestehen.

Auer hat die Fensterfront am Washingtonplatz und an der Spreeseite aber etwas zurückgesetzt, so dass zwischen Glasfront und Steinfassade vor den Büros Loggien entstehen. Zwischen den Pfeilern selbst gibt es Glasbrüstungen. Im Erdgeschoss des Gebäudes sind Cafés und Restaurants geplant. Außerdem wird es unter dem Innenhof 115 Fahrradplätze geben.

CA Immo gehört in der 40 Hektar großen Europacity rings um den Hauptbahnhof etwa die Hälfte der Grundstücke. In diesem Jahr stellte das Unternehmen das Total-Hochhaus an der Heidestraße fertig und errichtet am Washingtonplatz auch das Intercity-Hotel. Wann es das 40 Meter hohe, würfelförmige Bürohaus auf dem Platz baut, das ursprünglich Bahn-Konzernzentrale werden sollte, kann Thomsen nicht beantworten.

„Die Lage ist so expressiv, für diesen Bau ist die Zeit noch nicht reif.“ Offenbar aber für Wohnungsbau: Denn für ein neues Wohnquartier an der Heidestraße veranstaltet CA Immo zusammen mit dem Senat gerade einen Wettbewerb. Nahe eines noch künstlich anzulegenden Stadthafens sollen in einem ersten Abschnitt 625 Wohnungen errichtet werden.