Berlin - Das zentrale Gebäude auf dem Washingtonplatz am Berliner Hauptbahnhof heißt einfach nur Cube. Jeweils 43 Meter lang, breit und hoch ist es – eben ein riesiger Würfel. Ursprünglich war das Haus als Zentrale für die Deutsche Bahn vorgesehen, der damalige Konzernchef Hartmut Mehdorn entschied sich dann aber doch, am Potsdamer Platz zu bleiben. Das österreichische Immobilienunternehmen CA Immo hat deshalb seine Planungen weiterentwickelt. „Wir können jetzt schnell reagieren. Der Cube kann weiter für einen einzelnen Nutzer errichtet werden, es sind aber auch mehrere Mieter möglich“, sagt Henrik Thomsen, Chef der Berliner Niederlassung von CA Immo.

Nach den neuen Plänen sind im Erdgeschoss Läden, Einzelhandel und Restaurants vorgesehen. Bei einem Großmieter könnten diese Flächen laut Thomsen auch als Showroom oder für Leistungsschauen genutzt werden. Auf einen Termin für einen Baubeginn will sich CA Immo aber nicht festlegen lassen. „Wir haben noch nie spekulativ gebaut“, sagt Sprecher Wilhelm Brandt. Man beginne jetzt mit der Vermarktung.

Nachdem der Hauptbahnhof seit der Eröffnung 2006 viele Jahre einsam in einer Wüste stand, konnte die CA Immo in dessen Umfeld zuletzt bei der Vermarktung mehrerer Grundstücke Erfolge vorweisen. Im November wurde am Washingtonplatz der Grundstein für ein neues Intercity Hotel gelegt, daneben entsteht ein Steigenberger-Hotel. Ein weiteres Grundstück hat CA Immo an ein Unternehmen aus der Gesundheitsbranche verkauft.

Bis zu 200 Millionen Euro werden investiert

Das Gebiet am Washingtonplatz gehört zur Europacity, die sich vor allem nördlich des Hauptbahnhofs entlang der Heidestraße bis zur Perleberger Brücke erstreckt. Auch für dieses, etwa 40 Hektar großes Areal forciert CA Immo seine Planungen: Dort sollen weitere Hotels, Büro- und Geschäftshäuser sowie bis zu 1200 Wohnungen entstehen. Die ersten 550 Wohnungen, eines der derzeit größten Vorhaben in der Stadt, werden ab Herbst 2012 am Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal neu gebaut. Für sie ist ein mittleres Preissegment geplant, es soll eine Mischung von Mietwohnungen (ab 9,50 Euro pro Quadratmeter kalt), Eigentumswohnungen (ab 3.000 Euro pro Quadratmeter) sowie Stadthäusern geben.

„Wir möchten so eine Abwechslung erreichen. Denn die Gestaltung wird die Maßstäbe für die Architektur in der Europacity setzen“, sagt Thomsen. Deshalb sollen im Januar mehrere Architekturwettbewerbe gestartet werden. Zugleich hat die CA Immo, die eher Gewerbeimmobilien entwickelt, in dieser Woche ein Joint Venture mit dem Unternehmen Hamburg Team abgeschlossen, das auf Wohnungsbau spezialisiert ist. Die Unternehmen investieren in das Wohngebiet etwa 150 bis 200 Millionen Euro.

Damit Miet- und Kaufpreise der Wohnungen nicht zu hoch sind, werden diese laut Thomsen eher kleine Flächen haben, eine Drei-Zimmer-Wohnung soll zum Beispiel nur 75 Quadratmeter groß sein. Vorzug für die Wohnungen wird aber die Wasserlage sein. Denn außer am Kanal werden die Häuser an einem kleinen Stadthafen stehen, den der Senat anlegen will.

Ein weiteres Wohnungsbauprojekt plant CA Immo an der Flottwellstraße auf dem Gelände des Gleisdreiecks in Kreuzberg. Dort kooperiert sie mit der holländischen Firma Reggeborgh. Ab kommendem Herbst sollen dann 250 Wohnungen errichtet werden.