Berlin - Eine Initiative will das riesige Flughafengebäude von Tempelhof für gemeinnützige Zwecke öffnen.  „Alle reden über das Tempelhofer Feld, aber das Flughafengebäude wirkt derart abgeschottet, dass sich kaum jemand mit der künftigen Nutzung des Komplexes beschäftigt“, sagt Christophe Knoch,  Ansprechpartner der Initiative.

Eine Gruppe von jungen Bürgern  und Anwohnern hat nun zunächst das zum Flughafenkomplex gehörende Torhaus für den  Monat Juni als Ort etabliert, an dem Pläne für die  Zukunft des Areals entwickelt werden.

Senatsbaudirektorin kommt

An diesem Dienstagnachmittag wird  sich auch Senatsbaudirektorin Regula Lüscher im Torhaus am Columbiadamm an einem Zukunftsworkshop für das Flughafengebäude beteiligen. Das Torhaus, eine Art Pförtnerhaus, macht laut der Initiative „THF:Next“ aber nur 0,018 Prozent der Gesamtfläche des flächenmäßig größten Baudenkmals Europas aus. Im Flughafengebäude stehen aber mindestens 70 Prozent  der Fläche leer, auch ein Teil der vorgelagerten Hangars.

Die Mitglieder der Initiative wie Mona Saddei oder Markus Hanisch sprechen sich für eine soziale und gemeinnützige Nutzung eines Teils des Komplexes aus.  Christophe Knoch vom Trägerverein Micamoca project berlin sieht dort Raum für Kunst und Handwerk. Das wiederum klingt ein wenig so, als könnte es im Tempelhofer Flughafengebäude einst mal so aussehen wie im Tacheles in Mitte in den 1990er-Jahren.

Polizei ist Hauptnutzer

 „Torhausfestival“ hat die Initiative die fast täglichen Treffen zur Zukunft des Gebäudes benannt. Markus Hanisch etwa verweist auf ein aus seiner Sicht gelungenes Beispiel: Der Hangar 1 wird inzwischen auch von Freizeitsportlern kostenlos genutzt wird. Auch eine Gruppe von Anwohnern und Flüchtlingen spielt dort Fußball.

Derzeit betreibt die Tempelhof Projekt GmbH das Gebäude. Größter Mieter ist die Polizei, aber auch eine private Hochschule, eine Tanzschule sowie eine PR-Agentur sind dort untergekommen. Es gibt zudem Führungen durch den Komplex. Unklar sei aber, wieso weite Teile des Gebäudes angeblich nicht zu betreten seien, kritisierte Christophe Knoch, bis zu seinem Rücktritt vor einem Jahr auch Sprecher des Bündnisses der freien Szene in Berlin. Klar ist etwa Markus Hanisch aber auch, dass die GmbH natürlich auch Einnahmen erzielen muss.

Das Torhaus steht noch bis zum 23. Juni interessierten Bürgern offen. Es gibt Workshops, Gesprächsrunden, eine eigene Radio-Station, Nachbarschaftsessen und so einiges mehr. „Wir wollen den Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung des Flughafens im Interesse der Berliner Bevölkerung legen“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative. In der Tat eine Mammutaufgabe.