Europawahl 2019 Berlin und Brandenburg: 5 Kandidaten von den Grünen im EU-Parlament

Potsdam - Die Grünen sind nicht nur bundesweit die großen Gewinner der Europawahl am Sonntag, sondern auch in der Region Berlin-Brandenburg. Von den Grünen dieser beiden Landesverbände schafften es sechs Politiker auf die Bundesliste der Grünen. Und fünf von ihnen werden wohl im neuen Parlament sitzen.

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Da Deutschland knapp 100 Abgeordnete im Straßburger Parlament stellt, bedeutete jeder bundesweit errungene Prozentpunkt, einen Sitz im neuen Parlament. Bei ersten Prognosen lagen die Grünen am Sonntag kurz nach Schließung der Wahllokale bei etwa 20 Prozent. Damit kann die Öko-Partei etwa genauso viele Abgeordnete von ihrer Bundesliste entsenden.

Von den sechs grünen Kandidaten aus Berlin und Brandenburg werden es also wohl fünf sicher nach Straßburg schaffen, denn diese fünf stehen auf den Plätzen 1 mit Ska Keller, die in Brandenburg geboren ist und als Spitzenkandidatin aller Grünen in Europa in den Wahlkampf zog.

Auf Platz 4 steht dann Reinhard Bütikofer, auf Platz 5 folgt Hanna Neumann, auf Platz 8 Erik Marquardt und auf Platz 12 Sergey Lagodinsky. Diese vier sind aus Berlin. Nur Hanna Steinmüller auf Platz 33 wird nicht ins Europa-Parlament einziehen.

Europawahl in Brandenburg: Skandal überschattete Wahlkampf

Bei der Europawahl am Sonntag stand er tatsächlich noch immer auf der Wahlliste, aber er soll und will auch gar nicht mehr ins Europaparlament einziehen. Es geht um einen der wohl größten Skandale im Wahlkampf für die Europawahl – und dieser hatte sich in Brandenburg zugetragen. Es geht um Simon Vaut, einen SPD-Politiker, der Ende März in den Medien den wenig schmeichelhaften Titel „Münchhausen in der Mark“ erhielt. Denn der 41-jährige gebürtige Hamburger – der im Berliner Wirtschaftsministerium arbeitet und lange auch als Redenschreiber für den damaligen SPD-Bundeschef Sigmar Gabriel arbeitete – wurde der Lüge überführt.

Skandal um Vauts Wohnort schlug Wellen

Er ist ein Wahl-Berliner, wollte aber gern ein Brandenburger sein. Der Grund: Der ehrgeizige Nachwuchspolitiker wusste, dass er keine Chance auf den Spitzenplatz für seine Partei in Berlin hat, also gab er vor, einen Wohnsitz in der Stadt Brandenburg zu haben und besiegte mit einer engagierten Brandenburg-Rede beim Wahlparteitag in Wildau die frühere Brandenburger Juso-Landeschefin Maja Wallstein, die eine gebürtige Cottbuserin ist und auf Platz 2 landete.

Als aufflog, dass Vaut nie in der Stadt Brandenburg gewohnt hat, schlug das bundesweit Wellen. Er gestand seine Lüge ein und schrieb im Internet: „Die Vorwürfe treffen zu. Ich bedauere mein Verhalten zutiefst.“

Skandal um Simon Vaut hat SPD vor Europawahl schwer geschadet

Das Problem für seine Partei: Wer einmal auf der offiziellen Wahlliste steht, kann sich nicht mehr streichen lassen. Brandenburgs SPD-Generalsekretär Erik Stohn sagte der Berliner Zeitung, dass Vaut sich schriftlich an den Bundeswahlleiter gewandt hat und seinen Verzicht erklärt hat. Vaut will also nicht ins Parlament – und Maja Wallstein machte nun Wahlkampf, denn sie gilt als die gewählte Ersatzbewerberin.

Der Skandal hat nicht nur nach Ansicht von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) seiner Partei schwer geschadet. Er war auch ziemlich unnötig. Denn Vaut und Wallstein kabbelten sich um Listenplatz Nr. 22 und damit um die Nachfolge von Susanne Melior. Die 60-Jährige tritt nicht mehr an. Sie schaffte 2014 ziemlich überraschen den Einzug ins Europaparlament, weil ihre Partei damals 27,3 Prozent der Stimmen in Deutschland schaffte und damit die ersten 27 Kandidaten auf der bundesweiten Liste auch einzogen. Denn da Deutschland 96 Abgeordnete stellt, bedeutet jeder in Deutschland errungene Prozentpunkt einen Sitz im Parlament. Dieses Mal hätte die SPD also bundesweit 22 Prozent erreichen müssen, damit Maja Wallstein es nach Brüssel schafft. Dieses Ziel hat sie ganz klar verfehlt.

Grüne ist Brandenburgs bekannteste Politikerin in Straßburg

Gute Aussichten auf den Einzug hat auf der CDU-Liste der Brandenburger Kandidat Christian Ehler, ein altgedienter Europaabgeordneter seiner Partei, der seit 2004 im Parlament sitzt. Auf seiner eigenen Internetseite zur Wahl lässt er sich folgendermaßen beschreiben: „Bemerkenswerter Mensch. Kreativer Kopf. Vielseitig interessiert. Einer, der was bewegt – sagen die, die ihn gut kennen.“