Ex-Bar-25-Gelände: Genossen dringend gesucht

Berlin - Scheitern haben wir nicht im Programm, heißt es bei den Machern des Clubs Kater Holzig am Spreeufer in Mitte. Bislang nicht, möchte man hinzufügen. Denn das neue Projekt der Kater-Holzig-Leute, das sie auf dem gegenüber liegenden Ufer in Friedrichshain planen, ist um einige Nummern größer als ein Club. Vielleicht ist es sogar zu groß?

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Holzmarkt heißt das Kreativdorf, das an der Holzmarktstraße 19–30 in Friedrichshain entstehen soll. Wo bis zum Herbst 2011 die legendäre Bar 25 war, sollen auf insgesamt 18.000 Quadratmetern Ateliers für Künstler und Werkstätten für Handwerker gebaut werden, ein Gründerzentrum und 400 Studentenwohnungen und außerdem ein Hotel, ein Club und ein großer öffentlicher Park.

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Die Schweizer Stiftung Abendrot, die das Grundstück von der BSR gekauft hat, will es am heutigen Dienstag offiziell übernehmen. Dann sollen die Kater-Holzig-Leute einen Erbbaupachtvertrag von der Stiftung erhalten. Doch bei den Clubmachern läuft noch nicht alles rund, wie sie selbst einräumen. Sie benötigen Geld, viel Geld, um ihr Kreativdorf aufzubauen. Bis Ende April müssen 2,5 Millionen Euro gesammelt werden, wie aus einem Schreiben hervorgeht, das am gestrigen Montag auf der Internetseite der Holzmarkt-Genossenschaft erschien.

Erster Spatenstich am 1. Mai

Für den 1. Mai plant man den ersten Spatenstich für den Holzmarkt, und die vier Millionen Euro sind das Eigenkapital der Genossenschaft, die sich damit um Kredite bei Banken bewirbt. „Das wollen die Banken sehen, um den Löwenanteil locker zu machen“, heißt es in dem Internet-Papier. Und: „Es wird kohletechnisch eng.“

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Bislang gibt es erst 46 Genossen, das Eigenkapital betrug am Montag rund 1,5 Millionen Euro. Doch trotz aller Finanzprobleme gibt man sich bei der Genossenschaft zuversichtlich. „Wir werden auf alle Fälle im Mai anfangen zu bauen, auch wenn wir die vier Millionen bis dahin nicht zusammen haben“, sagt Simon Wöhr vom Kater-Holzig-Team. Jetzt gehe es darum, verstärkt weitere Genossen, also Investoren, zu suchen, die mit einsteigen wollen in das Projekt. Ein Genossenschaftsanteil beträgt 25.000 Euro. Um diese imposante Summe aufzubringen, könnten sich auch mehrere Interessenten zusammen schließen, sagt Simon Wöhr.

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Der Holzmarkt ist ein Projekt, das bislang hauptsächlich von Ideen lebt. Und von Improvisation. Noch ist kein Bauantrag gestellt, noch werden eher lose Gespräche mit Banken geführt. Der Architekt Christian Schöningh, dessen Baugruppe „Die Zusammenarbeiter“ gleich neben dem Kater Holzig derzeit Wohnungen errichtet, ist auch ein Holzmarkt-Genosse. Er sagt: „Wir müssen nicht unbedingt vier Millionen haben, wir fangen erst mal an.“ Wahrscheinlich werde der erste Spatenstich eher symbolisch sein und darin bestehen, dass ein paar Primeln im geplanten Mörchenpark gepflanzt werden. An Ideen jedenfalls mangelt es nicht, sagt Schöningh. Und: „Der Holzmarkt wird immer auch Improvisation sein.“

Kater Holzig schließt bis Ende März

Noch wird auf dem künftigen Holzmarkt-Gelände das Erdreich eines einstigen Gaswerkes saniert und die Uferkante repariert. Diese soll besonders ökologisch ausgebaut werden. Ein flaches Ufer soll entstehen, als Rastplatz für Mensch und Biber, wie es heißt. Die Kater-Holzig-Leute werden ab kommende Woche Zeit haben, sich mit ihrem neuen Projekt auf der anderen Spreeseite zu befassen: Am 4. Februar schließt ihr Club – für zwei Monate, bis Ende März. Nur an den Wochenenden wird dann dort gefeiert. Die Investoren, die ab dem Sommer dort, wo jetzt der Club ist, Luxuswohnungen planen, wollen schon mal ausmessen.

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