Die Frau mit den Einkaufstüten strebte 2010 eilig aus dem Kaufhaus am Alex. Eigentlich wollte sie nur zur U-Bahn, sah dann über sich ein Transparent mit dem Schriftzug „Wir sind das Volk“ und neben sich große Schautafeln, auf denen mit 700 Bildern und Dokumenten an die friedliche Revolution in der DDR 1989 erinnert wurde: an die Demonstrationen auf dem Alex und in Leipzig, den Abtritt Honeckers, an die Quittungen, die belegten, wie SED-Funktionäre sich an volkseigenen Millionenwerten bereicherten. Die Frau versank in den Texten und Bildern.

Der eigenartige Magnetismus der Ausstellung machte hunderttausendfach aus eiligen Passanten oft nachdenkliche Betrachter. Maßgeblicher Kopf hinter dieser Schau, die heute in aktualisierter Form auf dem Stasi-Gelände an der Normannenstraße steht, war Tom Sello, der sie gemeinsam mit seinen Mitstreitern aus der Robert-Havemann-Gesellschaft, wo er seit Jahren arbeitet, konzipiert hatte.

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