Ex-Eisfabrik-Bewohner bis Montag in Hostel in Mitte

Berlin - Die ehemaligen Bewohner der Berliner Eisfabrik sollen bis Montag in einem Hostel in Mitte unterkommen können. Zwei türkische Unternehmer hätten sich bereiterklärt, die Kosten für drei Nächte zu übernehmen, sagte der Sprecher der Linkspartei, Thomas Barthel, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

Nach einer Nacht in den Räumen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte die bulgarische Gruppe bei den Linken um Unterstützung gebeten. Zunächst hatte die Partei eine provisorische Unterbringung für eine Nacht zugesagt, ehe das Unternehmer-Angebot kam.

«Die Gruppe ist abgekämpft und nun sehr erleichtert, in das Hostel einchecken und duschen zu können», sagte ein Sprecher des Unterstützerbündnisses am Abend. Die Bulgaren seien dankbar für den solidarischen Akt der Unternehmer. Über deren Hintergrund wurde nichts bekannt.

Verdi-Sprecher Jan Jurczyk und Barthel forderten eine Lösung für die Betroffenen. «Der Senat muss hier jetzt tätig werden und Liegenschaften im Landesbesitz für diese Menschen öffnen», sagte der Linken-Sprecher. Die vom Bezirk Mitte angebotenen Notunterkünfte seien für die Gruppe, die zusammenbleiben wolle, keine Alternative.

Gewerkschaftsschaftssprecher Jurczyk erklärte: «Es kann nicht sein, dass die baulichen Probleme der Eisfabrik so gelöst werden, dass man der Zivilgesellschaft das Problem mit den nun obdachlosen Menschen vor die Tür stellt.»

Die 23 Bulgaren hatten etwa zwei Jahre lang in selbst gebauten Hütten in der Eisfabrik-Ruine gelebt und müssen seit Ende Dezember anderweitig unterkommen. Am Mittwoch stellte der Bezirk die Bezahlung weiterer Übernachtungen in Hostels ein. (dpa/bb)