Berlin - Der Berliner Abgeordnete Oliver Höfinghoff steht unter dem Verdacht der gefährlichen Körperverletzung vor einem Amtsgericht. Der frühere Fraktionsvorsitzende der Piratenpartei im Abgeordnetenhaus der Hauptstadt wies die Vorwürfe am Dienstag zu Beginn des Prozesses zurück. In seiner von seinem Anwalt verlesenen Erklärung hieß es, die Anklage beruhe auf „erstunkenen und erlogenen“ Angaben von Rechtsextremisten.

Höfinghoff soll im Mai 2013 am Rande einer Demonstration im Pankower Ortsteil Buch mit Neonazis aneinandergeraten sein. Die Anklage wirft ihm vor, zu einem Angriff auf drei Männer aus der rechten Szene aufgefordert zu haben. Mutmaßliche Mittäter hätten daraufhin Flaschen und Stühle geworfen. Ein Mann habe eine Schnittverletzung erlitten. Mitangeklagt sind vier Verdächtige im Alter von 26 bis 51 Jahren. Sie bestritten ebenfalls alle Vorwürfe.

Der 37-jährige Abgeordnete, der im Herbst 2014 aus der Piratenpartei ausgetreten ist, sagte, die von Rechtsradikalen behauptete Gewalt habe es nicht gegeben. Er habe damals einen „antifaschistischen Putzspaziergang“ begleitet, bei dem rechtsextreme Aufkleber aus dem Stadtbild entfernt wurden. Dies habe ein 27-jähriger NPD-Funktionär fotografieren wollen. Betroffene Personen hätten Aufnahmen nur mit „Abwehrgesten“ verhindern wollen. Würfe etwa mit Flaschen habe er nicht gesehen. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. (dpa)