Expansion erstmal beendet: So fährt Flixtrain ins neue Fahrplanjahr

Der größte private Fernzugbetreiber hat die Fahrzeiten ab Dezember veröffentlicht. Für Berlin ändert sich nichts - mit einer wichtigen Ausnahme.

Ein Flixtrain unterwegs in Deutschland. Mit Basel gibt es seit 2021 auch ein Ziel im Ausland.
Ein Flixtrain unterwegs in Deutschland. Mit Basel gibt es seit 2021 auch ein Ziel im Ausland.dpa/Marius Becker

Nach der Deutschen Bahn (DB) hat nun auch Flixtrain den neuen Fahrplan ab 11. Dezember vorgestellt. Von Berlin steuert der größte private Fernzugbetreiber 40 Ziele an. Dazu zählen Hamburg, Köln, Aachen, Frankfurt, Stuttgart, Basel und Leipzig. Tickets sind ab sofort buchbar. Als einziger Anbieter garantiere Flixtrain jedem Fahrgast ohne Aufpreis einen Sitzplatz, so das Unternehmen. Aber klar wird auch: Im Gegensatz zum jetzt geltenden Fahrplan kommen keine neuen Ziele hinzu, und die Frequenzen bleiben größtenteils unverändert. Expansion findet in der neuen Fahrplanperiode nicht statt.

Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen sein Angebot deutlich ausgeweitet. So kann man seit dem 23. Juni 2021 von Berlin im Flixtrain nach Basel reisen. Auch andere Ziele wie Wiesbaden kamen neu hinzu, vielerorts verkehrten die grünen Flixtrains häufiger.

Von der DB übernommene Slots liegen ab Dezember brach

Doch das Neun-Euro-Ticket, mit dem man bundesweit einen Monat lang den gesamten Nah- und Regionalverkehr nutzen konnte, ließ in diesem Sommer Fahrgäste abwandern – obwohl es bei Flixtrain Fahrkarten bereits ab 4,99 Euro pro Weg gibt. André Schwämmlein, Chef von Flixmobility, kritisierte die „staatlich subventionierten Billigtickets“. Jetzt diskutieren Bund und Länder über eine Neuauflage. Das geplante Abo für 49 Euro im Monat, das wieder in ganz Deutschland gelten soll, könnte den Flixtrains und Flixbussen erneut Konkurrenz bereiten. Sie ist man dort jetzt offenbar vorsichtig.

Weiterhin sind die grünen Züge bundesweit auf sechs Linien unterwegs, von denen vier nach Berlin führen. Abgesehen von Nuancen bleibt das Flixtrain-Zugangebot in die Hauptstadt unverändert. Es konzentriert sich weiterhin auf Tage und Zeiten mit einer relativ großen Nachfrage. Einige Ziele wie Dresden werden am Tagesrand angesteuert.

Zwischen Hamburg und Berlin haben sich die Zeitlagen verändert. Wie berichtet muss Flixtrain auf bisherige Slots verzichten, darf aber im Gegenzug andere Trassen nutzen.

Derzeit kann man montags sowie donnerstags, freitags und sonnabends um 16.51 Uhr mit Flixtrain vom Hamburger zum Berliner Hauptbahnhof reisen. Vom 11. Dezember an verkehrt stattdessen dann wieder ein ICE der Deutschen Bahn. Dafür wird der Flixtrain Hamburg – Berlin im neuen Fahrplan sonnabends um 12.52 Uhr, montags, donnerstags und freitags um 17.34 Uhr sowie sonntags um 17.45 Uhr verkehren. Von Berlin nach Hamburg kündigt der Fahrplan ebenfalls eine Verschiebung an, um 17 Minuten auf eine Abfahrt um 8.22 Uhr an drei Wochentagen. Die bisherige Zeitlage wird zum dritten Advent vom Intercity der DB nach Westerland übernommen. Am Sonntag wird Flixtrain wie bisher um kurz nach 12 Uhr mittags von Berlin nach Hamburg fahren.

Flixtrain garantiert jedem Fahrgast einen Sitzplatz

Flixtrain hat aber bei den Trassenvergabeverfahren offenbar mehr Slots bekommen als das Unternehmen nun tatsächlich nutzt. Weil die Deutsche Bahn den Kürzeren zog, muss sie zum 11. Dezember insgesamt fünf Fahrten zwischen Berlin und Hamburg, die heute noch von Inter- und Eurocity-Zügen abgewickelt werden, streichen. Es handelt sich um die Fahrten um 13.06 und 17.06 Uhr ab Berlin sowie 8.51, 12.51 und 18.51 Uhr ab Hamburg. Das betrifft nicht nur Züge, die von DB-Fernpendler genutzt werden. Auch eine der beiden täglichen Direktverbindungen zwischen Kiel und Berlin wird dadurch entfallen. 

Der private Zugbetreiber wies darauf hin, dass die grünen Züge auf vielen Relationen in puncto Reisezeit mit ICE-Zügen konkurrieren können. „Von Berlin nach Hamburg fährt Flixtrain in rund zwei Stunden, nach Köln in etwa fünf“, sagte ein Sprecher.

So sieht es in den modernisierten Flixtrain-Wagen aus.
So sieht es in den modernisierten Flixtrain-Wagen aus.Flixtrain

Alle Flixtrain-Züge haben ein komplett überarbeitetes Innenleben mit neuen Sitzen, Steckdosen am Platz, modernisierten Toiletten und WiFi-Technik inklusive kostenfreiem Entertainment-Angebot, hieß es am Mittwoch. Weiterhin garantiere Flixtrain jedem Fahrgast einen Sitzplatz – ganz ohne Aufpreis. „Damit setzt das Unternehmen Standards beim Zugreisen und steht für erschwingliche, moderne und bequeme Mobilität“, so das Unternehmen.