Berlin - Vermutet wird weiterhin eine Verunreinigung des vom Rüsselsheimer Cateringunternehmens Sodexo gelieferten Schulessen. Unterdessen kritisiert der Ernährungswissenschaftler Volker Peinelt von der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach das System, nach dem Essen an Schulen oder Kitas geliefert wird. Nach zahlreichen Studien fordert er unter anderem eine Zertifizierung der Großküchen-Branche, aber auch klare Vorgaben der Kommunen und der Politik.

„Wir brauchen eine Professionalisierung bei den Küchen“, sagte Peinelt am Donnerstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Es geht nicht, dass sich da Laien und Amateure tummeln, die Essen für wenig Geld anbieten. Das müssen Profi-Firmen sein, die ihre Leute entsprechend ausbilden.“ Sodexo zählte Peinelt bisher allerdings nicht zu den schwarzen Schafen. „Wir haben einige Sodexo-Betriebe angeschaut und überprüft, darunter auch eine Großküche in Potsdam. Das war in Ordnung“, berichtet der Ernährungswissenschaftler. Er könne aber nicht für die vielen hundert Betriebe sprechen, die Sodexo sonst noch habe. „Aber ich kann sagen, dass das Konzept der Zentrale gut ist.“

Erkrankungswelle sinkt

An der Hochschule Niederrhein beschäftigt sich Peinelt seit Jahren mit der Qualität des Schulessens. Auch bei Schulen stieß Peinelt mit dem kostenlosen Angebot, das Essen zu checken, bisher kaum auf Resonanz. In sieben Städten interessierten sich nur 35 Schulen. „Dieses Thema wird links liegen gelassen und als völlig unwichtig eingestuft“, kritisiert der Professor. Auch bei Studien für Diplom- und Bachelorarbeiten seien Schulen mit ihrem Essensangebot reihenweise durchgefallen.

Die Erkrankungswelle ist inzwischen abgeebbt. Betroffen waren Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes erkrankten insgesamt mehr als 10.000 Menschen. (dpa)