Berlin - Wenn es nach der Initiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ geht, sollten die Wohnungen großer Immobilienunternehmen in Berlin vergesellschaftet werden. Seit Ende Februar läuft die Unterschriftensammlung zu einem entsprechenden Volksbegehren. Wie hoch die Entschädigung der Unternehmen ausfällt, ist dabei umstritten. Während der Senat nach der amtlichen Kostenschätzung, die sich an den eher hohen Verkehrswerten orientiert, von bis zu 36 Milliarden Euro für 243.000 Wohnungen ausgeht, setzt die Enteignungs-Initiative einen niedrigeren Wert an. Bei einer Entschädigung nach dem von ihr Ende 2020 präsentierten „Faire-Mieten-Modell“ würden 8,3 Milliarden Euro fällig. Dabei werden allerdings Mieten von nur 3,70 Euro je Quadratmeter zugrunde gelegt, die weit unter dem Mietendurchschnitt etwa der Deutsche Wohnen von zuletzt 6,52 Euro je Quadratmeter liegen.

Fachliche Unterstützung erhält die Initiative jetzt von Fabian Thiel, Professor für Immobilienbewertung an der Frankfurt University of Applied Sciences, und der Juristin und Ex-Juso-Chefin Franziska Drohsel. Sie kommen in einem gemeinsamen Thesenpapier zu dem Schluss, dass eine Entschädigung auch unter dem eher hohen Verkehrswert erfolgen kann. „Ein pauschaler Verweis auf eine Verkehrswertentschädigung ist eine unzulässige, systemwidrige Vereinfachung, die weder in der Sache gerechtfertigt noch verfassungsrechtlich gefordert ist“, heißt es in dem Papier.

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