Experten: Viele Werke in Bibliotheken und Archiven bedroht

Potsdam - In Bibliotheken und Archiven in Berlin und Brandenburg sind nach Expertenangaben viele Werke gefährdet. In den öffentlichen Archiven der beiden Länder würden derzeit mehr als 200 000 laufende Meter historisch einmaliges Schriftgut aufbewahrt. Davon sei die Hälfte akut durch den Zerfall ihrer säurehaltigen Papiere bedroht, teilte der Leiter der Abteilung Zentrale Dienste am Brandenburgischen Landeshauptarchiv, Mario Glauert, am Donnerstag mit. Er beruft sich auf eine aktuelle Expertenumfrage für Berlin und Brandenburg.

Den Angaben zufolge werden in den Bibliotheken der beiden Länder - ohne die großen Bibliotheken des Bundes oder der Stiftung Preußischer Kulturbesitz - momentan mehr als 675 000 historische Druckwerke aus der Zeit bis 1850 verwahrt. Davon sind laut Glauert mehr als 215 000 Drucke dringend restaurierungsbedürftig. In Potsdam kamen am Donnerstag Fachleute aus mehreren Bundesländern beim «Tag der Bestandserhaltung» zusammen. Sie wollen bis Freitag tagen.

Glauert verwies darauf, dass andere Bundesländer eigene Programme zur Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes auf den Weg gebracht hätten. Es gehe nicht nur um wertvolle historische Einzeldokumente, betroffen seien etwa auch Bücher, die aus der Region stammten und deutschlandweit oft nur noch einmal erhalten seien oder Nachlässe bedeutender Künstler oder Wissenschaftler. (dpa/bb)