Der ausgebrannte Imbiss in Neukölln. 
Foto: Sabine Gudath 

BerlinEin arabischer Imbiss ist am frühen Sonnabendmorgen in Neukölln in die Luft geflogen. Dabei wurden vier Menschen verletzt, zwei davon schwer. War es ein technischer Defekt oder gar ein Anschlag? Die Polizei wusste es auch am Sonntag noch nicht. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt eine Polizeisprecherin. Die Feuerwehr war mit 80 Beamten vor Ort.

Es war kurz nach 1 Uhr, als ein ohrenbetäubender Knall Passanten und Anwohner der Sonnenallee aufschrecken ließ. Meterhohe Flammen schossen aus dem Schaufenster des libanesischen Schnellrestaurants. Scheiben splitterten. Das Feuer breitete sich in Sekundenschnelle aus und fraß sich bis in die zweite Etage des mehrgeschossigen Wohnhauses.

Die Feuerwehr hatte die Flammen schnell gelöscht. Zwei der Verletzten erlitten Verbrennungen. Bis zum Mittag waren die Brandermittler dabei, nach Spuren zu suchen. In solchen Fällen sei häufig mangelnde Sauberkeit der vorgeschriebenen Entlüftungsanlagen Ursache für Explosionen, sagt ein Beamter. Er schließt jedoch auch nicht aus, dass es ein Brandanschlag aus politischen Motiven gewesen sein könnte.

Von der Hand sei das nicht zu weisen, hieß es im Polizeipräsidium. Seit mehreren Wochen ermittelt die Sonderkommission Fokus in über 70 Straftaten in Zusammenhang mit einer rechten Anschlagserie in Neukölln, darunter auch 23 Brandanschläge. Zuletzt war Mitte vergangenen Monats eine Bäckerei in der Sonnenallee mit roten SS-Runen beschmiert worden. Außerdem hatten Unbekannte in derselben Nacht vor dem Geschäft einen Transporter angezündet.