Berlin - Wegen der anhaltenden Trockenheit und des extremen Niedrigwassers der Spree hatten Brandenburgs Behörden bereits die Mengen der Wasserentnahme beschränkt und auch  Fischaufstiegsanlagen gesperrt. Am Mittwoch nun wurden in Südbrandenburg zudem drei Schleusen geschlossen. Laut Landesumweltministerium soll durch die Sperrung der Schleusen Leibsch, Krausnicker Strom und Groß Wasserburg das Wasser in der Spree gehalten werden und nicht in das Dahme-Gebiet abfließen.

Vor Fließstillstand bewahren

Wie im Landesumweltamt Brandenburgs zu erfahren war, seien mögliche Auswirkungen auf den Pegelstand der Spree in Berlin kaum messbar. „Die Maßnahmen tragen vor allem dazu bei, den Abfluss in der Spree unterhalb des Spreewaldes zu stabilisieren und das natürliche Gewässer Spree vor dem Fließstillstand zu bewahren“, sagte Wiebke Theuer-Glamann. Daher  sei auch der Binnenschiffsverkehr nach Berlin dadurch nicht eingeschränkt. Die Schleusen blieben so lange geschlossen, wie die aktuelle Niedrigwassersituation anhält.

Pegelstand nicht bedrohlich

Tatsächlich  ist man in Berlin in Sachen  Schifffahrt keineswegs in Alarmstimmung. „Das Wasser ist knapp, der Pegelstand der Spree für die Schifffahrt aber nicht bedrohlich“, sagte Katrin Urbitsch, Chefin des Berliner Wasserstraßen und Schifffahrtsamts, am Mittwoch. Die Pegelstände bewegten sich nach ihrer Auskunft im Bereich „zwischen Mittelwasser und mittlerem Niedrigwasser“.

In Berlin sind täglich etwa 150 Fahrgastschiffe im Einsatz. Darüber hinaus ist die Binnenschifffahrt für den Wirtschaftsverkehr bedeutsam. Im vergangenen Jahr waren auf der Spree insgesamt fast 2 000 Transportschiffe unterwegs und beförderten zusammen mehr als zwei Millionen Tonnen Güter nach Berlin und aus Berlin heraus. Beim Frachtgut handelte es sich vor allem  um  Kohle, Baustoffe und Bauschutt.