Extremsport: Für Brandenburger Radfahrer liegt der Mount Everest im Harz

Bad Freienwalde - Wer in die Wohnung von Dan Pahnke kommt, sieht auf den ersten Blick, dass hier ein echter Sportler wohnt. An der Garderobe des 34-Jährigen hängen genau sechs Kleidungsstücke – vier davon sind Radlertrikots. Darunter stehen vier Paar Schuhe – drei davon sind Radlerschuhe. An den Wänden hängen Urkunden, auf einem Regal stehen Pokale.

Dan Pahnke aus Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) arbeitet im Hauptberuf als Fachkrankenpfleger auf der Intensivstation eines Krankenhauses, aber in seiner Freizeit ist er vor allem eines: ein Sportler, insbesondere ein begeisterter Radfahrer. Und er sagt von sich selbst: „Ich bin schon ziemlich verrückt, wenn es um Sport geht.“

Die Geschichte seines aktuellen Projekts könnte vielleicht so zusammengefasst werden: Treffen sich zwei Verrückte und planen etwas Verrücktes. Dan Pahnke und sein Sportfreund Kay Hoffmann (39) aus Großbeeren (Teltow-Fläming) wollen am 28. Mai nicht weniger schaffen, als mit ihren Rädern so viele Höhenmeter zurückzulegen wie der höchste Berg der Welt hoch ist. „Natürlich können wir mit den Rädern nicht auf den Mount Everest im Himalaya fahren“, sagt er. „Aber wir wollen dessen 8848 Höhenmeter an einem Tag bewältigen.“

Everesting - Treppenmarathon und Radfahren in der Höhe

Die Idee nennt sich Everesting. Dazu suchen sich Sportler etwas aus, das in die Höhe führt und laufen oder radeln hinauf. Zum Beispiel steigen seit zwölf Jahren bis zu 700 Leute beim „Treppenmarathon“ im sächsischen Radebeul-Oberlößnitz etwa 100 Mal die 76 Meter hohe Spitzhaustreppe empor, um mit den geschafften 79.400 Stufen auf die Everest-Höhenmeter zu kommen.

„Wir brauchten einen passenden Berg“, sagt Pahnke. Aber der höchste Berg in Brandenburg ist gerade mal 201 Meter hoch. „Also haben wir uns für den Brocken entschieden.“ Der höchste Gipfel des Harzes ist von Brandenburg aus gut zu erreichen, und er misst immerhin 1141 Meter.

Start für Radfahrer um 4 Uhr morgens

Vom Startpunkt im Kurort Schierke geht es am 28. Mai morgens um 4 Uhr los: 9,5 Kilometer bergauf, bei jeder Auffahrt schaffen die Sportler 500 Höhenmeter.

Dann rollen sie wieder bergab – aber diese Meter werden nicht mit bewertet. „Nach etwa einer Stunde sind wir wieder unten in unserem Basislager und beginnen die nächste Auffahrt“, erzählt er. „Um unser Ziel zu erreichen, müssen wir 18 Auffahrten schaffen. Wir hoffen, dass wir abends 20 Uhr fertig sind.“