Exzellenzinitiative bringt Berliner Unis 311 Millionen : Exzellenz lohnt sich

Berlin - Der Exzellenzinitiative bringt in den nächsten fünf Jahren insgesamt 311 Millionen Euro zusätzlich in die Kassen der Berliner Unis. Ein Viertel davon, rund 78 Millionen, stellt das Land Berlin bereit. Das beschloss der Berliner Senat am Dienstag. Nach der Senatssitzung in der Humboldt-Universität - seit Juni neben der Freien Universität die zweite Elite-Uni der Hauptstadt - lobte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Erfolg der Hochschulen. „Das war ein harter Weg. Es ist ein herausragendes Ergebnis.“ Nur München könne neben Berlin ebenfalls mit zwei Elite-Hochschulen aufwarten.

Das Ende der Graduiertenschule für Sozialwissenschaften

Den Bärenanteil der Förderung erhalten das bereits bewährte Zukunftskonzept der FU („Internationale Netzwerkuniversität“) mit gut 48 Millionen Euro und das neubewilligte HU-Konzept „Bildung durch Wissenschaft“ (HU) mit gut 55 Millionen Euro. Unter den vier Exzellenzclustern, die künftig mit je mehr als 30 Millionen Euro gefördert werden, ist das „Interdisziplinäre Labor: Bild Wissen Gestaltung“ unter Federführung der HU ein Neuzugang.

Dafür läuft der FU-Cluster „Languages of Emotion“ aus, der sich interdisziplinär mit Sprache und Gefühlen beschäftigte. Eine Begründung dafür gab es am Dienstag nicht. Drei Neuzugänge gibt es auch bei den neun Graduiertenschulen, die je nach Größe zwischen fünf bis knapp neun Millionen Euro erhalten. Nicht fortgeführt wird hingegen die Graduiertenschule für Sozialwissenschaften.

Wowereit: „Wir müssen eine bundespolitische Debatte führen"

Abgesehen von den Zukunftskonzepten ist in den Förderlinien Kooperation das Zauberwort: FU, HU, TU und auch die Charité arbeiten dabei in der Regel eng zusammen. Das wird in der Zukunft noch wichtiger werden. „Diesen erfolgreichen Weg werden wir weitergehen und die Kooperationskultur ausbauen“, sagte Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD). „Nach Auslaufen der Exzellenzmittel im Jahr 2017 ist ein gemeinsamer Kraftakt von Bund und Ländern notwendig.“

Das betonte auch der Regierende Bürgermeister: „Wir müssen eine bundespolitische Debatte führen über zusätzliche Gelder für die Förderung von Wissenschaft und Forschung in der ganzen Republik.“ Die avisierte Zusammenarbeit zwischen Charité und dem Max-Delbrück-Centrum in Buch könne dabei als Beispiel dienen.

Drittmittel machen fast 50 Prozent aus

HU-Hausherr Prof. Jan-Hendrik Olbertz ergänzte im Namen aller Berliner Hochschulen: „Neben aller Freude machen wir uns auch Sorgen, wenn wir die zunehmende Disbalance zwischen Drittmitteln und Grundfinanzierung sehen.“ Derzeit machten Drittmittel bereits fast 50 Prozent des Etats aus. „Aber die Fundamente müssen stabil sein.“ Dies gelte es bei den Verhandlungen über die nächsten Hochschulverträge zu berücksichtigen.

Insgesamt stellen Bund und Länder in der zweiten Förderrunde der bundesweiten Exzelleninitiative weitere 2,7 Milliarden Euro für Spitzenforschung bereit. In der ersten Phase bis 2012 waren es 1,9 Milliarden Euro, wovon 210 Millionen nach Berlin flossen. (dpa)