Feuerwehrleute geraten nach eigenen Angaben an ihre Grenzen, weil sie nicht für ihren eigentlichen Zweck eingesetzt werden: So mussten nach Informationen der Berliner Zeitung mehr als 100 von ihnen im Oktober an der Hakenfelder Mertensstraße insgesamt 500 Ikea-Doppelstockbetten zusammenbauen. Für die Montage von vier Betten, die jeweils aus 300 Einzelteilen bestehen, hatten zehn Leute eine Stunde Zeit.

Am Sonntag räumten Feuerwehrleute das BestWestern-Hotel An der Urania 16 in Schöneberg aus. Sie brachten die Fernseher und Minibars aus 182 Zimmern in die Tiefgarage. Drei Wachen der Freiwilligen Feuerwehr mussten unterdessen den regulären Dienst übernehmen. In der selben Nacht transportierte die Feuerwehr 200?Matratzen in eine Flüchtlingsunterkunft an der Friedrichshainer Gürtelstraße.

Zudem wurde Bettzeug für 1200 Menschen aus Selchow zur Gürtelstraße sowie An der Urania 16 und zur Unterkunft an der Glockenturmstraße gebracht. Am Dienstag fuhr die Feuerwehr 300 Feldbetten aus einem Zentrallager in Selchow bei Schönefeld in die Unterkunft in der Glockenturmstraße in Charlottenburg.

Polizeibeamte sind Gesundheitsgefahren ausgesetzt

Auch bei der Polizei regt sich Unmut. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beklagte sich am Mittwoch in einem Brief an Innensenator Frank Henkel (CDU): Polizisten seien Gesundheitsgefahren ausgesetzt worden, als es am Montag in einer Turnhalle einer Spandauer Polizeiunterkunft Verdacht auf offene Tuberkulose und Krätze unter 300 Flüchtlingen gab.

„Während die Feuerwehrleute mit Vollschutzanzügen arbeiteten, wurden die Polizisten erst später und in unzureichender Anzahl mit Schutzanzügen ausgestattet und erst dann eingewiesen“, beklagt GdP-Chefin Kerstin Philipp.

Bereits für den Bezug der Turnhalle mit Flüchtlingen musste die Polizei ihre Landeseinsatzreserve abziehen. Das sind rund 60 Beamte, die jede Nacht unterwegs sind, um andere Polizisten zu unterstützen. Die erhebliche Bindung von Polizisten bei der Unterbringung, Versorgung und Sicherung von Flüchtlingen führe zu einer Ausdünnung der Polizeipräsenz in den Bezirken und damit zu einer Beeinträchtigung der Sicherheit, so GdP-Chefin Philipp.