Ein mutmaßlicher Sexualstraftäter ist am Donnerstagmorgen bei einer Untersuchung aus der Berliner Charité geflohen. Er sprang mit gefesselten Händen aus einem Fenster des Rechtsmedizinischen Instituts in Moabit und floh. Der vermutlich 22-Jährige aus Sierra Leone sollte auf sein genaues Alter hin untersucht werden. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte die Altersdiagnostik-Untersuchung im Institut für Rechtsmedizin angeordnet.

Der Mann, der nach Informationen von Polizeiermittlern zu den Flüchtlingen gehört, die in der Gerhart-Hauptmann-Schule an der Ohlauer Straße in Kreuzberg wohnen, war seit dem 22. Juli im Maßregelvollzug untergebracht. Zuvor hatte er sich an einer Frau vergangen. Ein Arzt attestierte seine Schuldunfähigkeit, weshalb er in das Krankenhaus des Maßregelvollzugs eingewiesen wurde.

Am Bauchgurt fixiert

Nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung wurde der Mann am Donnerstagmorgen von einem Pfleger und zwei Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes begleitet. Für die Untersuchung mussten ihm die Fußfesseln abgenommen werden. Kurz vor der Untersuchung gab der Patient mit Hilfe der anwesenden Dolmetscherin an, dass er dringend auf Toilette müsse.

Für den Toilettengang blieben die Hände gefesselt, die zusätzlich an einem Bauchgurt fixiert waren. Doch trotz angelehnter Toilettentür gelang es dem Mann, aus dem Fenster zu springen. Ein Mitarbeiter bekam noch ein Kleidungsstück zu fassen. Der Patient sprang sechs bis sieben Meter lief und lief dann - eingeschränkt durch die Fesselung - scheinbar unverletzt davon. Die Mitarbeiter des Maßregelvollzugs alarmierten die Polizei, die mehrere Stunden nach dem Ausbrecher fahndete.

Am Nachmittag konnte die Polizei ihre Fahndung einstellen. Der Flüchtling fuhr mit einem Taxi am Krankenhaus des Maßregelvollzugs in Reinickendorf vor, wo er sich beim Pförtner meldete.