Zigtausend Menschen sind mit diesen Zügen schon gefahren. Geschäftsleute und Dienstreisende freuen sich über die schnellen Verbindungen, die in puncto Reisezeit mit dem Flugzeug konkurrieren können.

Am Freitag sind es besonders die Wochenendpendler, die das Bierangebot im Bordbistro nutzen, um den Stress der Woche zu vergessen. Sie alle werden sich umgewöhnen müssen, denn die Tage der ICE-Sprinter, die seit 19 Jahren Berlin via Niedersachsen mit Frankfurt am Main verbinden, sind gezählt.

Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember ordnet die Deutsche Bahn (DB) ihr Zugangebot zwischen den beiden Städten neu. Zwar wird die Zahl der täglichen ICE-Direktverbindungen um 36 Prozent erhöht, sagte Eva-Maria Kaufmann von DB Fernverkehr. Trotzdem müssen Fahrgäste auch auf Dinge verzichten.

Das trifft besonders die Sprinter, die seit September 1998 auf dieser Route fahren. Derzeit sind pro Tag und Richtung bis zu zwei dieser Züge unterwegs – in Zukunft gibt es auf dieser Strecke nur noch den Morgensprinter montags bis freitags von Frankfurt nach Berlin – mit einer längeren Fahrzeit.

Nach dem Fahrplanwechsel werden Reisen Berlin–Frankfurt länger dauern

Im Vergleich zu früher ist das bisherige Zugangebot allerdings schon abgespeckt. Früher fuhren alle Sprinter zwischen Berlin und Frankfurt ohne Halt (was für Fahrgäste, die falsch eingestiegen waren, lange Umwegreisen bedeutete).

Heute gibt es Stopps, um die Wagen noch besser auszulasten. Früher mussten die Fahrgäste einen Zuschlag zahlen, dafür erhielten sie in der ersten Klasse eine Mahlzeit und ein Getränk gratis. Heute gibt es Zuschlag und Gratisverpflegung nicht mehr.

Ein Vorteil blieb allerdings bis heute erhalten: die kurze Fahrzeit. Heute schafft der Abend-Sprinter die Strecke von der Spree an den Main in nur drei Stunden und 39 Minuten.

Nach dem Fahrplanwechsel werden Reisen Berlin–Frankfurt länger dauern. Zwar wird es zwischen beiden Städten auch künftig ICE-Züge geben, die unterwegs kaum halten, und ihre Zahl wird sogar noch erhöht – auf bis zu fünf pro Richtung.

Zum 10. Dezember wird ein großer Teil des Bahnverkehrs umgekrempelt

Doch sie verkehren fast alle nicht via Niedersachsen, sondern über Halle und Erfurt, was mehr Zeit erfordert: rund drei Stunden und 55 Minuten.

Eine weitere Neuerung betrifft die regulären ICE-Züge, die von Berlin via Niedersachsen nach Frankfurt fahren. Künftig halten sie in der Main-Metropole nicht mehr am Hauptbahnhof – sondern in Frankfurt Süd sowie am Flughafen. „Dank der neuen ICE-Linie 13 erhält Berlin eine Direktverbindung zum Frankfurter Flughafen“, sagt Kaufmann.

Künftig stoppen die Berliner Züge in Frankfurt an unterschiedlichen Stationen, aber wird das die Fahrgäste nicht verwirren? Es gehe leider nicht anders, so ein Bahnsprecher. „Mit der Fahrplanumstellung im Dezember werden in Deutschland zirka 35 Prozent der Züge des Fernverkehrs geändert. Im Zuge dieser logistischen Herausforderung konnte für die Linie 13 kein freier Slot für einen Halt im Hauptbahnhof Frankfurt gefunden werden.“

Zum 10. Dezember wird ein großer Teil des Bahnverkehrs umgekrempelt, weil ein weiterer Teil der Schnellverbindung Berlin–Nürnberg in Betrieb geht. Dann werden auch zwischen Berlin und München ICE-Sprinter verkehren – in knapp vier Stunden. So ist es versprochen.