Mehr Bus- und Bahnfahrten, neue Bahnhöfe, größere Straßenbahnen: Der Fahrplanwechsel am Sonntag bringt den Nutzern des Nahverkehrs viele Verbesserungen.

Neuer Regionalbahnsteig am Ostkreuz: Vier stark frequentierte Linien des Regionalverkehrs bekommen einen Stopp an einem der wichtigsten Knotenpunkte in Berlin. Vom 10. Dezember an halten alle Züge der Linien RE1, RE2, RE7 und RB14 am Ostkreuz. Im unteren Teil der Verkehrsdrehscheibe im Osten ist ein weiterer Bahnsteig entstanden. Weil Fahrgäste am Ostkreuz direkt in S-Bahnen auf dem Ring umsteigen können, verkürzt sich die Reisezeit auf vielen Verbindungen. Wer etwa von Frankfurt (Oder) zum S-Bahnhof Prenzlauer Alle pendelt, spart nun pro Weg zwölf Minuten.

S9 fährt direkt in die Innenstadt

Neuer Regionalbahnhof Mahlsdorf: Ein weiterer Haltepunkt geht an der Regionalbahnlinie RB26 nach Kostrzyn (Küstrin) in Betrieb. Der Bahnsteig an der Unterführung Hönower Straße ist wegen Verzögerung beim Bau aber vorerst nur über eine provisorische Metalltreppe erreichbar. Einen regulären Treppenaufgang, eine Überdachung und einen Aufzug wird es erst von 2018 an geben– voraussichtlich ab Mai.

Neue S-Bahn-Direktverbindung: Die S-Bahn-Linie S9, die am Flughafen Schönefeld beginnt, bekommt ihre frühere Streckenführung zurück. Von Sonntag an fahren die Bahnen, die unterwegs in Adlershof und Schöneweide halten, wieder direkt in die Innenstadt – zum Alexanderplatz, zum Zoo und dann nach Spandau. Möglich macht dies die neue Südkurve am Ostkreuz. Anders als früher wird die S9 allerdings nicht mehr stadteinwärts stoppen. Und: Auf dem Ostring, den die S9 heute noch auf dem Weg nach Pankow befährt, hinterlässt sie Lücken.

Größere Bahnen

Mehr S-Bahnen auf dem Ring: Für die Ringbahn hat der Senat zusätzliche S-Bahn-Fahrten bestellt. Auf den Linien S41 und S42 wird der Fünf-Minuten-Takt ausgeweitet – vormittags bis 11 Uhr, abends bis 21 Uhr.
Mehr und größere Straßenbahnen: Auf Linie M1, die Mitte mit Prenzlauer Berg und Pankow verbindet, wird das Angebot für die Fahrgäste doppelt verbessert.

Zum einen setzt die BVG größere Bahnen ein. Von Sonntag an verkehren anstelle der heutigen Züge, die jeweils rund 150 Fahrgäste aufnehmen können, Flexity-Bahnen mit 240 Plätzen. Zum anderen verkehren die Bahnen häufiger. Zum 18. Dezember wird der ZehnMinuten-Takt montags bis freitags zwischen 6 und 20 Uhr auf einen 7,5-Minuten-Takt umgestellt. Nördlich vom Pastor-Niemöller-Platz, wo sich die Strecke verzweigt, gibt es alle 15 Minuten eine Fahrt. Derzeit gilt dort ein 20-Minuten-Takt.

Neue Expresslinie für Spandau: X36 – so heißt die Expressbuslinie, die am Sonntag im westlichsten Berliner Bezirk den Betrieb aufnimmt. Sie verschafft der Wasserstadt Oberhavel bessere Verbindungen. Der neue X36 verkehrt montags bis freitags zwischen 6 und 19 Uhr im Zehn-Minuten-Takt. Er befährt dieselbe Strecke wie der Bus 236, der den Bahnhof Spandau mit dem U-Bahnhof Haselhorst verbindet. Allerdings lässt der neue Expressbus sechs Haltestellen aus und ist dadurch vier Minuten schneller als der 236er.

Expressbus wird aufgewertet: Der X49, eine wichtige Ost-West-Verbindung in Spandau und Charlottenburg, kommt in den Genuss einiger Verbesserungen. So wird die Linie über den S-Bahnhof Messe Nord hinaus zur Wilmersdorfer Straße verlängert, wo Anschluss an die U- und S-Bahn besteht. Zudem beginnt ein Teil der Fahrten bereits am Schulzentrum im Spektefeld. Zudem fahren die Busse auf dieser Linien häufiger und nun auch sonnabends.

Mehr Busfahrten: Der Senat hat weitere Neuerungen ab Sonntag bestellt. So fährt der Expressbus X34 montags bis freitags bei jeder zweiten Tour in die Landstadt Gatow. Der 140er verkehrt zwischen Mehringdamm und Ostbahnhof nicht mehr alle 20, sondern alle zehn Minuten. Auf Wunsch des Landes rollen auch mehr Busse auf den Linien 122, 136, 170, 172, 221, 245 und 806.