Berlin - Spielereien sind out. Ein Fahrrad muss leicht und praktisch sein. Nur das nötigste Zubehör ist gefragt. Aber das vom Feinsten. So etwa könnte man die Fahrradtrends 2019 auf den Punkt bringen, die der „Pressedienst Fahrrad“, ein industrienaher Zusammenschluss von 50 Firmen, Vereinen und Verbänden, am Dienstag in einem Hangar auf dem Flughafen Tempelhof vorstellte. „Längst ist das Rad nicht nur ein Objekt, mit dem man zur Arbeit oder am Wochenende in die Natur fährt, sondern ein Fortbewegungsmittel, dessen Technik immer ausgefeilter und moderner wird“, sagte Branchendienst-Chef Gunnar Fehlau. Natürlich ein großes Thema: die E-Bikes.

Sie gibt es inzwischen für alle Charaktere, egal ob Komfort-Radler, Sport-Radler oder Gelände-Radler. Der Markt ist auf diesem Gebiet im Wandel, neue Antriebssysteme geben frischen Schwung, versprechen die Hersteller. Leichter sollen viele Modelle geworden sein, die Akkus länger halten. Selbst das legendäre Faltrad Brompton gibt es inzwischen elektrisch, zu haben ab 3 150 Euro. Interessant angesichts der Verkehrswende sind auch die Lastenräder. Mit E-Motor und voll gefedert kommen sie daher, gern mit Platz für drei Kinder und mehr. Auf den modernen Radler abgestimmt ist zudem das Zubehör. Ruckzuck verwandeln sich Gepäckträgertaschen in bürotaugliche Umhängetaschen. Und was wäre der moderne Biker ohne sein Smartphone? Per App und Bluetooth lassen sich Schlösser auf- und zusperren, Alarmanlagen scharf schalten. Minicomputer mit Langzeit-Akkus taugen zu Langstreckenradausflügen samt bester Orientierung.

Das sind die Trends vom Fahrradmarkt:

Trends und Innovationen aus der Fahrradbranche werden in der Stadt noch reichlich präsentiert: Vom 8. bis 10. März findet die Berliner Fahrradschau statt. Am 27. und 28. April folgt die Velo Berlin mit 285 Ausstellern.  

Bluetooth-Schloss: Fahrrad sichern per Handy

Was man so alles mit dem Smartphone machen kann! Natürlich taugt es auch dazu, sein Rad abzuschließen. Vorausgesetzt, man besitzt das richtige Bügelschloss dafür und hat die passende App geladen. Das neuartige Schloss kostet 199 Euro, ist per Bluetooth mit dem Handy verbunden und kann sogar Alarm auslösen, wenn Diebe am Werk sind. Man muss nur das Handy ans Schloss zu halten, um das Rad zu sichern oder zu entsperren. Dumm ist nur, wenn in so einem Moment der Handy-Akku leer ist.

Fahrrad-Luft per Fußtritt

Mit der anstrengenden Luftpumperei ist mit diesem Gerät Schluss. Mit der Pumpe der Firma SKS Germany, die für 60 Euro zu haben ist, schafft man es jetzt mit entspannter und bequemer Beinarbeit, um schnell und viel Luft in den Fahrradschlauch zu bekommen. Das Gerät ist für alle gängigen Ventilarten kompatibel. Kleiner, aber schöner Nebeneffekt: Mit dieser Pumpe können auch im Sommer Luftmatratzen für das Badevergnügen am See aufgepumpt werden. 

Dreirad mit Fahrrad-Lerneffekt

Früh übt sich, wer eines Tages ein guter Fahrradfahrer werden will. Und dafür ist angeblich das fast 60 Euro teure „Pukymoto“ perfekt geeignet gehen, das auf dem ersten Blick wie ein normales Dreirad aussieht. Ist es aber nicht. „Denn das Dreirad ist leicht kipplig. Kleinkinder können auf diese Art schnell den Gleichgewichtssinn erlernen, den sie später für das Fahrradfahren brauchen“, verspricht Rad-Experte Gunnar Fehlau.  

Robustes Fahrrad für den Schulweg

Voll im Trend ist, dass die Industrie ihre Palette auch für Kinderräder vergrößert hat. So hat die Firma Winora ein spezielles Fahrrad für den Schulweg auf den Markt gebracht. Pedalen, Brems- und Lenkergriffe sind auf Kinderfüße und -hände abgestimmt. Am Gepäckträger befinden sich wasserdichte Fahrradtaschen, die als Schultaschen genutzt werden können. Das 24-Zoll-Rad (ab 499 Euro) gibt es mit Nabenschaltung (bis zu sieben Gänge) oder mit 21-Gang-Kettenschaltung.

Ein Fahrrad-Reifen, der vor Nägeln und Scherben sicher ist

Da fährt man mit seinem Drahtesel über einen Nagel oder durch Glasscherben – und schon ist es passiert. Einem der Räder geht plötzlich wegen eines Risses im Mantel und im Schlauch die Luft aus. Ein neuer Pannenschutz soll dies künftig verhindern. Ein roter Schlauch aus Spezialkunststoff (29 Euro), der etwa einen Zentimeter dick ist, wird einfach über den Fahrradschlauch gezogen – und soll vor scharfen Sachen schützen.  

Querfeld ein mit Eleganz

Ein Mountainbike muss nicht immer wie eine kraftstrotzende Rennmaschine daher kommen. Mittlerweile setzen Radsportler auch im Gelände auf elegante Bikes, das der Hersteller Cannondale hier mit seinem Model „Habit“ präsentiert. Edles Aussehen, dazu gute Federung und eine überarbeitete Schalt- und Übertragungstechnik sollen dafür sorgen, dass das Rad (ab 2 299 Euro) trotz aller Noblesse sicher bei Querfeldeinfahrten rollt.

Gut gefedertes Rennrad

Die Rennrad-Optik setzt sich bei den Fahrrädern für Erwachsene immer mehr durch. Mit Vorder- und Rücklicht, mit Klingel und Schutzblech – aber mit Rennradlenker: So präsentiert sich das Multifunktionsrad „Supreme“ für fast 1 500 Euro, das nicht nur bei Fahrten durch die Innenstadt sehr sportlich daherrollt. Laut Hersteller soll das Rennrad mit seiner guten Federung auch bei Touren durch die Natur auf Wald- und Feldwegen sehr geländetauglich sein.  

Ein Fahrrad-Rennen mit Motor

Ja, so etwas gibt es auch: ein Elektro-Bike als Rennrad. Vermutlich würden echte Radsportfans dieses Rad von Cannondale, das 3700 Euro kostet, schnöde ablehnen. Aber so mancher Freizeitsportradler wäre dankbar dafür, dass er den schwierigen Berg-Anstieg mit Hilfe eines Elektromotors bewältigen kann. Ist der Motor entkoppelt, lässt sich das Rad, das besonders für Fahrten auf Feld- und Waldwegen entwickelt wurde, leicht treten.