Fahrradfahrer in Berlin: Mehr Radfahrer-Unfälle in Berlin

Für die Fahrradfahrer in Berlin war 2014 kein gutes Jahr. Im Zeitraum von Januar bis Ende November ereigneten sich in der Stadt 7792 Verkehrsunfälle, bei denen Radfahrer verunglückten. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres, als 4681 Fahrradfahrer Unfälle erlitten, ist das ein Anstieg um zwei Drittel. Dies geht aus der Unfallbilanz der Berliner Polizei hervor, wie Innen-Staatssekretär Bernd Krömer (CDU) dem Grünen-Abgeordneten Harald Moritz jetzt auf dessen Anfrage hin mitgeteilt hat.

„Es ist eine ernüchternde Bilanz“, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag. Der Anteil der Radfahrer an der Zahl der Verletzten habe sich deutlich erhöht – und das, obwohl sich der Senat zum Fahrradverkehr bekannt hat und ihn fördern will. Laut Polizei gab es von Anfang Januar bis Ende November 2014 in Berlin 13.777 Verkehrsunfälle, bei denen Menschen verunglückten. In mehr als der Hälfte dieser Fälle kamen Radfahrer zu Schaden. Zum Vergleich: 2013, als es von Anfang Januar bis Ende November insgesamt 12 891 Unfälle mit Personenschäden gab, betrug ihr Anteil lediglich etwas mehr als ein Drittel.

Schlecht ist die Unfallbilanz auch für eine andere Gattung von Verkehrsteilnehmern: für die Fußgänger. Kamen 2013 in Berlin 14 Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben, so waren es im vergangenen Jahr 20, teilte Innen-Staatssekretär Krömer mit. Dabei hat der Senat auch für diese Art der Fortbewegung eine Strategie entwickelt – die unter anderem vorsieht, in Berlin mehr Zebrastreifen zu markieren.

Haushaltssperre blockiert Projekte

Allerdings haben die Grünen erst kürzlich wieder kritisiert, dass es in den Behörden an Personal fehlt, das die ehrgeizigen Ziele umsetzen kann – zum Beispiel in den Tiefbauämtern der Bezirke oder in der Verkehrslenkung Berlin, der obersten Straßenverkehrsbehörde der Stadt. In vielen Fällen konnten notwendige Bauarbeiten, etwa zum Markieren von Radfahrstreifen, nicht beginnen, weil Planungen und Anordnungen auf sich warten lassen. Diese Projekte mussten auf 2015 verschoben werden. „Von den zwölf Millionen Euro, die dem Senat in den vergangenen zwei Jahren für den Neubau und die Sanierung von Radverkehrsanlagen zur Verfügung standen, wurden rund drei Millionen Euro nicht ausgegeben“, sagte Bernd Zanke vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Schuld daran war auch eine Haushaltssperre, die einen großen Teil der vorgesehenen Mittel für Neubauvorhaben betraf. Erst vor Kurzem wurde die Sperre vom Hauptausschuss aufgehoben.