Der Fall Anis Amri löst neue Aufregung aus. Trotz der Pannen bei den Ermittlungen gegen den Attentäter des Anschlages auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz sollen leitende Beamte des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) befördert worden sein. Das berichtet Zeit online. Laut internen Dokumenten seien Führungskräfte befördert worden, die in der für den Fall Amri zuständigen Staatsschutzabteilung gearbeitet haben. Das LKA wollte sich dazu nicht äußern.

Dass es Ermittlerpannen gab, wurde bereits kurz nach dem Anschlag vom 19. Dezember 2016 bekannt. Nach der Tat, bei der zwölf Menschen starben und mehr als 70 verletzt wurden, sollen LKA-Ermittler Akten manipuliert haben. Damit sollte eine zuvor verpasste Möglichkeit zur Festnahme Amris wegen Drogenhandels vertuscht werden. Der Tunesier, als islamistischer Gefährder bekannt, wurde in der Akte zum Kleindealer gemacht. Dies bestätigte später der vom Senat eingesetzte Sonderermittler Bruno Jost.

Keine Beweise für ein Versagen

Die Berliner Staatsanwaltschaft soll gegen zwei LKA-Beamte ermitteln, die mit dem Fall Amri zu tun hatten. Einer von ihnen werde beschuldigt, die Akte verändert zu haben. Laut Zeit online soll angeblich jener Beamte im April 2017 zum Hauptkommissar ernannt worden sein. Ein weiterer höherer Beamter aus dem Dezernat soll zum Abteilungsleiter eines anderen LKA-Bereiches aufgestiegen sein.

Die Ermittlungen des parlamentarischen Untersuchungsausschusses stehen noch am Anfang. „Die Zeugen werden erst am 26. Januar gehört“, sagt Vorsitzender und CDU-Innenexperte Burkard Dregger der Berliner Zeitung. „Da es für uns noch keine Beweise für ein Versagen gibt, halte ich einen Beförderungsstopp für nicht notwendig.“

Dass Beamte des für Amri zuständigen LKA-Dezernats befördert wurden, gibt die Behörde von Innensenator Andreas Geisel (SPD) zu. „Darunter waren keine, gegen die staatsanwaltschaftliche Ermittlungen laufen“, so ein Sprecher.