Ein weiterer flüchtiger Alex-Schläger ist gefasst. Er stellte sich am Samstagabend in Begleitung seines Anwalts den Berliner Justizbehörden. Der 24-jährige Bilal K. soll an der tödlichen Prügelattacke gegen den 20-jährigen Jonny K. beteiligt gewesen sein.

Eine Gruppe von sechs Männern hatte am 14. Oktober 2012 Jonny K. angegriffen. Er starb wenige Stunden später im Krankenhaus an den Hirnverletzungen. Die Tat löste eine bundesweite Debatte über Gewalt aus. Nach der Attacke setzte sich Bilal K., der mutmaßlich zu der Schlägergruppe gehörte, ins Ausland ab.

Die Polizei vermutete ihn anfangs in Griechenland, wo der 24-Jährige Verwandte hat. Letztendlich spürten ihn Zielfahnder in der Türkei auf. Am Sonnabend setzte er sich in Begleitung seines Anwaltes in der türkischen Hauptstadt Ankara in ein Flugzeug und landete gegen 21.30 Uhr auf dem Flughafen Tegel. Dort nahmen Bundespolizisten ihn fest. Am Sonntag verkündete ihm ein Richter den Haftbefehl.

Laut Staatsanwaltschaft wird Bilal K. Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt sowie gefährliche Körperverletzung und Beteiligung an einer Schlägerei mit tödlichem Aufgang.

Onur U. weiter in der Türkei

In der vergangenen Woche hatte eine Jugendkammer des Berliner Landgerichts Anklage gegen vier junge Männer zwischen 19 und 21 Jahren erhoben – gegen Osman A., Melih Y., Hüseyin I. und Memet E. Allerdings werden sie nicht wegen Mordes oder Totschlags angeklagt, sondern lediglich wegen Straftaten wie gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge. Das geringere zu erwartende Strafmaß soll ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass sich der flüchtige Bilal K. dazu entschloss, sich der Justiz zu stellen.

„Ich bin sehr erfreut, dass die Polizei einen weiteren mutmaßlichen Täter festnehmen konnte“, erklärte Innensenator Frank Henkel (CDU). „Das ist auch ein wichtiges Zeichen an die Familie des Opfers.“

Auch Onur U., ein weiterer mutmaßlicher Schläger, hat sich in der Türkei versteckt. Ein internationales Festnahmeersuchen der deutschen Behörden wurde von der Türkei abgelehnt mit der Begründung, dass Onur U. die türkische Staatsbürgerschaft habe. Selbst die Intervention von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) bei seinem türkischen Amtskollegen während eines Besuchs in Ankara im Februar blieb ergebnislos.