Falschparken in Berlin: Teure Knöllchen schrecken Autofahrer ab

Die Verschärfung der Straßenverkehrsordnung (StVO) für Parksünder zeigt in Berlin offenbar Wirkung. Statt bisher fünf Euro müssen Autofahrer seit April 2013 zehn Euro zahlen, wenn sie ohne Parkschein in einer bewirtschafteten Zone vom Ordnungsamt erwischt werden. Der Bezirk Mitte hat dazu jetzt eine erste Bilanz vorgelegt. „Die Erhöhung der Knöllchenpreise hat zu mehr Zahler-Ehrlichkeit und weniger Schwarzparken geführt“, sagt Baustadtrat Carsten Spallek (CDU).

Demnach wurden von April bis November 2013 in Mitte in den Parkzonen etwa am Potsdamer Platz, am Gendarmenmarkt und am Alexanderplatz insgesamt knapp 395 000 Anzeigen wegen Falschparkens geschrieben. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 115 000 Anzeigen mehr. Spallek betont, dass die Kontrollen mit gleicher Personalstärke und Intensität durchgeführt wurden wie zuvor. Deutlich weniger Autofahrer würden also das Risiko eingehen, beim Parken ohne Parkschein erwischt zu werden, so Spallek.

Keine Anpassung der Gebühren

Beleg dafür sind die Einnahmen aus Parkscheinautomaten und Handyparken: Von April bis November kassierte der Bezirk knapp 7,3 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es gut 5,6 Millionen Euro. Insgesamt stiegen die Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung um zwei Millionen auf jetzt 12,2 Millionen Euro. Laut Spallek hat der Bezirk vom Gewinn kaum etwas, da er an das Land abgeführt werden müsste.

Einen ähnlichen Trend hat man in der City West ausgemacht. „Die Autofahrer sind an den Parkscheinautomaten zahlungsfreudiger“, heißt es in Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Zahl der Anzeigen sei aber nicht so dramatisch wie in Mitte zurückgegangen. Konkrete Zahlen gebe es noch nicht, dafür aber eine weitere Beobachtung: Seit Herbst nehmen die Autofahrer wieder vermehrt die Knöllchen in Kauf.

Das war bis 2012 auch in Mitte so. Dort hatten die Autofahrer lieber ein Knöllchen für damals noch fünf Euro riskiert, als etwa am Gendarmenmarkt drei Euro für eine Stunde Parken in die Automaten zu stecken. Der Bezirk hatte deshalb sogar erwogen, die Parkgebühren zu senken, damit sich die Zahlungsmoral verbessert. Diesen Test hat Spallek jetzt endgültig abgesagt: Es gebe keine Anpassung der Gebühren, es sei auch keine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung geplant.