Große Beine, kleine Beine: Jetzt bitte noch baumeln!  
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Liebe Leserinnen und Leser,

Von nun an wird es in der Berliner Zeitung eine Familienseite geben, Denn die moderne Familie ist ein Ort der Regeneration und der Revolution, der Verheißung und der Verhandlung. Das Verhältnis von Mann und Frau, Eltern und Kindern, Familie und Beruf wird neu ausgelotet. Die traditionellen Muster lösen sich auf. Familie wird zur individuellen Erfindungsaufgabe.

Ich sehe überall, wie die jungen Paare sich die Köpfe heißreden: Wie wollen wir leben? Und bei aller Liebe, wie können wir die Fürsorge-Arbeit gerechter aufteilen? Wieviel Zeit und Präsenz brauchen unsere Kinder? Kann ich als Mutter ein feministisches Selbstverständnis haben und trotzdem ein paar Jahre zu Hause bleiben? Und wie können Eltern und Großeltern einander helfen, obwohl sie in weit entfernten Städten wohnen?

Das Glück, Kinder aufwachsen zu sehen

Ja, das Bedürfnis nach Diskussion ist groß, nach Austausch. Diese Seite ist der Versuch, darauf zu antworten. Modernes Familienleben hat viele Facetten: hier soll es um Kindheit gehen, um Bildung, Partnerschaft, Vereinbarkeit, Altern und auch um Lebensfreude. Lang genug ging es immer nur um die Strapazen der Vereinbarkeit, das Kind als Bremsklotz der Karriere. Höchste Zeit, hin und wieder mal an das Glück zu denken, das es bedeutet, Kinder aufwachsen zu sehen.

Zu meiner Person: Mein Buch „Das Nacheinander-Prinzip. Vom gelasseneren Umgang mit Familie und Beruf“ hat eine lebhafte Debatte ausgelöst. Weil ich zeigen wollte, dass es möglich ist und möglich sein muss, nach einer längeren Familienphase wieder kraftvoll und mit neuen Impulsen ins Berufsleben zurückzukehren.

Bei der Arbeit an diesem Buch und den Erfahrungen, die ich als Mutter von vier Kindern in Amerika, Belgien und Deutschland sammeln durfte, habe ich viel nachgedacht über das, was Familien heute umtreibt. Als junge Kulturjournalistin kam ich zur Berliner Zeitung, in einer Zeit des Aufbruchs. Nach 211 Monaten „Elternzeit“ kehre ich nun zurück und freue mich, nun die Familienseite der Berliner Zeitung gestalten zu dürfen.  

Familienjournalismus aus Berlin

Urbaner Familienjournalismus aus Berlin handelt von einem überaus lebendigen Mikrokosmos. Wir wollen die Vielfalt der Lebensformen einfangen. Was tut sich in den Klein- und Großfamilien, wie finden Alleinerziehende ihre Wahlverwandtschaften? Wie fühlt es sich an, als Ex-Pat-Familie nach Berlin zu ziehen, wie, wenn Elternpaare unterschiedlichen Kulturen angehören?

In unserer Familienkolumne werden auf humorvolle Weise Alltagserfahrungen geschildert: Feste, Gewohntheiten, Geschwisterstreit, Gespräche mit Kindern, der gemeinsame Gang durch die Jahreszeiten...

Die Bildung der jungen Generation

Außerdem wollen wir uns größeren Themen verschreiben, die in Artikelserien erforscht werden. Nach den Abenteuern der Generation Gap beschäftigen wir uns mit der Zukunft der Schule. Welche der Berliner Schulen sind trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gut und innovativ? Und wie können wir klug in die Bildung der jungen Generation investieren?

Im Sommer widmen wir uns dem schönen Thema „Reisen, Lesen und Entdecken mit Kindern“, im Herbst den Tücken der Medienerziehung: Was tun, wenn der Sohn die halbe Nacht „Fortnite“ spielt und die Tochter auf „Germany’s next Topmodel“ hinfiebert? Schaffen wir es, unsere Söhne und Töchter überhaupt noch für Bücher zu begeistern? Oder für ein Rendez-vous mit der sogenannten Natur?

Sie sehen, die Themen werden uns nicht ausgehen. Lesen Sie mit! Herzlich,

Ihre Eva Corino

Haben Sie Anregungen und Ideen zur Familienseite?

Wenden Sie sich bitte an eva.corino@berlinerverlag.com