Drei weiße und rosafarbene Rosen und drei brennende Grablichter stehen seit Mittwochvormittag vor einem Mehrfamilienhaus im Luckeweg in Marienfelde. Daneben liegt ein Blatt weißes Papier, auf dem geschrieben steht: „Warum? Es ist doch so sinnlos“.

In einer Wohnung in der zweiten Etage des siebengeschossigen Hauses hat sich eine Tragödie abgespielt. Das wurde am Dienstag bekannt, als die Polizei die Tür der 3-Zimmer-Wohnung öffnete. Ein Angehöriger hatte die Polizei informiert, weil er die Mieter, ein Ehepaar, nicht erreicht hatte. „Der Anblick war grauenvoll“, sagte ein Polizist. Die Frau lag tot am Boden, der Mann hatte sich erhängt.

Mittlerweile steht fest, dass der Mann zunächst seine Frau tötete und anschließend sich selbst das Leben nahm. Bei der Obduktion der beiden Leichen fanden die Rechtsmediziner heraus, dass die Frau an den Folgen von stumpfer Gewalt gegen den Kopf und gegen den Oberkörper gestorben ist. Demnach ist sie erstickt.

Der Mann strangulierte sich. Wann der Tod eintrat, ist noch nicht genau bestimmt. Auch die Todesumstände sind noch unklar. Bei den Toten handelt es sich um die 46 Jahre alte Britta S. und deren ein Jahr älteren Ehemann Hartmut S. Das Paar hatte sich vor fast sechs Monaten getrennt, ein neuer Partner soll ein Grund für die Trennung gewesen sein, heißt es im Haus. Im Juli soll die Ehefrau und Mutter von drei Söhnen aus der Wohnung ausgezogen und in eine Laube eingezogen sein. Der Mann blieb, zusammen mit einem seiner drei Jungen in der Wohnung. Ein Junge zog mit der Mutter aus, der älteste Sohn mietete sich selbst eine Wohnung.

Zehn Jahre im Haus gewohnt

Das Paar hatte sich, so Ermittler in der einst gemeinsamen Wohnung verabredet, um über die Trennung und deren Konsequenzen zu reden. Dabei kam es offenbar zunächst zum Streit und dann zu der Tat.

Britta S. und ihre Familie haben zehn Jahre in dem Haus gewohnt. Die Leute waren lebensfroh und wirkten irgendwie zufrieden, berichteten Anwohner. Der Mann habe eine Harley Davidson gefahren, so Nachbarn. Ein Rocker war er aber nicht. Er soll in einer Druckerei gearbeitet haben. Sie verdiente ihr Geld bei einer Krankenkasse. Sie seien gut über die Runden gekommen, wollen Anwohner wissen.

In Berlin und Brandenburg kommt es nach Aussagen von Polizisten nur selten zu sogenannten erweiterten Selbstmorden. Das Hauptmotiv für diese Taten sind Eifersucht und Krankheiten. Eifersucht war auch der Grund für das Drama in Friedrichsfelde Anfang Mai dieses Jahres. Eine Mutter hatte bei der Polizei angerufen, weil sie ihre Tochter und ihr Enkelkind nicht erreichen könne, so die Frau. Eine Streifenbesatzung fuhr in die Einbecker Straße.

Als die Beamten die Wohnung öffneten, entdeckten sie die 41 Jahre Wohnungsinhaberin und ihren zehn Jahren alten Sohn. Beide waren tot. Als die Polizisten die Tür öffneten, sprang ein Mann aus einem Fenster im 18. Stock. Es war der 46 Jahre alte Freund der Kindesmutter. Den Sprung überlebte er nicht. Untersuchungen ergaben, dass Diana K. und ihr Sohn bereits Tage vorher von dem Freund getötet wurden. Er war kurz vor der Tat aus dem Gefängnis entlassen worden. Er war zu Diana K. gezogen, die er bereits vor der Haft kennengelernt hatte. Weil diese jedoch sich mit anderen Männern traf, mussten sie und ihr Sohn sterben.