Bei der Konferenz der „Neonyt“  geht es an zwei Tagen um das Thema Luft.
Foto: Markus Gröteke

BerlinWie können Modemessen auch in Zukunft zeitgemäß bleiben? Für die Berliner lautet die Antwort offenbar: mit mehr Inhalten. Massiv ausgebaut haben vor allem Premium, Seek und Neonyt ihre Angebote an Konferenzen, Talkformaten und Netzwerkveranstaltungen, die Aussteller und Besucher miteinander ins Gespräch bringen sollen.

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Etwa auf der Fashion Tech: Schon seit 2015 führt diese, veranstaltet von der Premium-Gruppe, Start-ups, Vordenker und Unternehmen zusammen, die an der Schnittstelle von Mode und Technologie arbeiten. Zuletzt logierte die Konferenz im Kraftwerk, in diesem Januar verdoppelt sie sich auf zwei Standorte und wird dabei enger an die Messen Premium und Seek geknüpft. Ein Novum ist das vor allem für die Seek, die bislang ganz ohne Talks ausgekommen war. Sowohl im Aletto-Hotel gegenüber der Premium als auch und im Glashaus der Arena bei der Seek stehen auf zwei Tage verteilt, jeweils zugeschnitten auf die jeweiligen Aussteller, Gesprächsrunden, Workshops und Vorträge auf der Agenda.

Neue Retail-Wege in der digitalisierten Welt

Inhaltlich geht es dabei um neue Retail-Wege in der digitalisierten Welt, online wie offline, Vermarktungsstrategien in Hinblick auf Nachhaltigkeit und Transparenz, aber auch Hightech-Textilien und Businessmodelle.

Auf der Premium selbst erweitern sogenannte Responsible Talks das Spektrum um Themen mit Nachhaltigkeitsfokus. Unter anderem sprechen dort Vertreter verschiedener Marken, darunter Martin Höfeler von Armedangels, Jessica Cederberg von Gant und Michael Kampe von Lee über die besonderen Herausforderungen der Denim-Branche.

Überhaupt zieht sich Nachhaltigkeit als das große Thema unserer Zeit durch alle Veranstaltungen, vor allem natürlich auf der Messe für nachhaltige Mode Neonyt. Deren Konferenz Fashion-Sustain steht wie auch die gesamte Messe dieses Mal unter dem Leitthema „Luft“, und wurde gleich auf zwei Tage ausgeweitet. Interessant könnte es dabei schon am frühen Dienstagnachmittag werden, wenn in einer ersten Diskussionsrunde Lucie Brigham von denUN mit Ludovic Quinault vom Label SKFK und Harold Weghorst vom Textilhersteller Lenzing über die Nachhaltigkeitsziele der UN sowie die ebenfalls von der UN lancierte und von großen Konzernen wie Kering, Gap, Nike, Adidas, H&M oder Chanel unterstützte „Fashion Industry Charter for Climate Action“ sprechen.

Umweltministerium lädt zu prominent besetzter Runde

Um Ziele und das bisher erreichte wird es dann ein paar Stunden später gehen. Eingeladen sind Malin Viola Wennberg vom schwedischen Nachhatligkeits-Thinktank Mistra Future Fashion, Anosha Wahidi vom Bundeministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die wesentlich an der Konzeption des Grünen Knopfs beteiligt war, Kate Heiny, zuständig für Corporate Responsibility bei Zalando, und die UN-Jugenddelegierte Rebecca Freitag.

Doch nicht nur die Messen beschäftigen sich mit solchen Themen. Schon an diesem Montag lädt das Umweltministerium zu einer prominent besetzten Runde – mit dabei unter anderen der britische Designer Hussein Chalayan. Diskutiert wird die Frage aller Fragen: „Wie die Mode der Zukunft umweltverträglich wird“, lautet der Titel der Veranstaltung.