Februar im Frühlingsrausch, im März blüht Berlin und Brandenburg der Winterschock

Berlin - Kalendarisch beginnt der Frühling am 20. März, doch schaut man auf die derzeitigen Temperaturen, könnte man fast glauben, der Sommer stehe bereits vor der Tür. 17 Grad erreichen wir am Mittwoch in Berlin, deutlich über 20 Grad in Westdeutschland. 

Fällt Mittwoch historischer Wärmerekord aus dem Jahre 1900?

Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) sieht gute Chancen, dass am Mittwoch regional sogar ein neuer Allzeit-Rekord aufgestellt wird. Im Jahre 1900 wurde der wärmste jeweils gemessene Februartag aufgezeichnet. 23,1 Grad wurden damals in Jena registriert. Am Abend werden wir wissen, ob dieser Mittwoch also in die Wetter-Annalen eingehen wird.

Eines wissen wir bereits jetzt mit Gewissheit: Der endende Winter war in unserer Region viel zu mild und zu trocken. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bilanziert: Mit insgesamt 120 Litern/Quadratmeter Niederschlägen war Berlin das trockenste Bundesland überhaupt, dicht gefolgt von Brandenburg, wo etwa 130 Liter/Quadratmeter fielen.

Trockenheit hinterlässt Spuren

Diese Zahlen sollte man allerdings einordnen: Denn in anderen Regionen wie Bayern fielen mehr als doppelt so viele Niederschläge - zu großen Teilen als Schnee. Bei durchschnittlich 3,7 Grad in Berlin und 3,3 Grad in Brandenburg hatte der Schnee in unserer Region kaum eine Chance. Die Sonne zeige sich ebenfalls mit 175 Stunden in Berlin und 190 Stunden in Brandenburg deutlich länger als im Winterdurchschnitt. Allerdings war die Sonne in vielen Bundesländern deutlich länger zu sehen.

Vor allem die Trockenheit könnte uns in Berlin und Brandenburg noch zu schaffen machen, denn nach der schweren Dürre des vergangenen Jahres hatten Bäume, Sträucher und andere Pflanzen kaum Zeit, sich zu regenerieren.

Temperaturen auf Talfahrt

Da könnten die kommenden Aussichten der angeschlagenen Vegetation Erleichterung bringen - unseren sonnenverwöhnten Gemüter blüht dagegen geradezu ein Wetterschock.

Denn mit den Temperaturen geht es bereits ab Donnerstag wieder auf Talfahrt - und zwar kräftig. In der Nacht zu Donnerstag fallen die Werte örtlich bis zu zwei Grad, dabei bildet sich Hochnebel, der bereits am Donnerstagmorgen jeden Anschein von Frühlingsstimmung verfliegen lässt. Die Temperaturen schaffen es noch einmal auf zehn bis 14 Grad.

Die Nacht zu Freitag wird kalt und ungemütlich: Im Südwesten Brandenburgs kann es regnen, und die Tiefstwerte sacken örtlich bis knapp über dem Gefrierpunkt.

Freitag kehrt im Norden Brandenburgs zwar die Sonne zurück, aber mehr als acht Grad sind in unserer Region nicht mehr drin. Und so geht es auch zum Wochenende hin weiter: Nachtwerte kaum über dem Gefrierpunkt und nur noch sechs bis acht Grad am Sonnabend.

Neuer Schnee nicht ausgeschlossen

Die Wettermodelle kanadischer und das US-amerikanischer Meteorologen sagen uns sogar voraus, dass wir im März tageweise wieder unter den Gefrierpunkt sacken. Niederschläge könnten dann durchaus auch wieder als Schnee fallen. 

Das ist allerdings noch nicht ausgemacht - andere Wettermodelle wie das europäische ECMWF erwarten zwar auch einen kühlen März-Start, rechnen dann aber wieder bald mit zweistelligen Temperaturen.

Also: Noch ist es zu früh, den Winter abzuschreiben. Der Frühling bleibt bis auf Weiteres ein launischer Zeitgenosse und geht vorübergehend auf Tauchstation. JSt