Berlin - Ein großes Lagerfeuer fackelte am späten Mittwochabend auf dem Basketplatz im Mauerpark in Prenzlauer Berg. Etwa 1000 Menschen waren zur "friedvollen Walpurgisnacht" gekommen. Anwohner und Veranstalter hatten "zum ausgelassenen und friedlichen Feiern eingeladen". „Wir tanzen in den Mai, mit Lagerfeuer, Feuerartistik, Seifenblasen und Musik“, sagte Alexander Puell vom Anwohnerverein „Freunde des Mauerparks“.

Zum elften Mal feierte die Anwohnerinitiative mit den Gläubigen der Gruppe „Liebet Eure Feinde“ ein selbstorganisiertes Fest. Der Bezirk Pankow unterstützte das Programm, er finanzierte die Toilettenhäuschen und hatte dafür gesorgt, dass es genügend Holz (gefällter Straßenbäume) für das Lagerfeuer gab, das traditionell im Dunkeln entzündet wird.

Die Polizei hatte den Mauerpark mit Gittern abgesperrt und führte bei allen Besuchern und Passanten Taschenkontrollen durch, denn Flaschen und Gläser waren an diesem Abend im Mauerpark verboten. Wer Getränke in Glasflaschen, etwas Wein- und Bierflaschen, bei sich trug, musste diese in Plastikbecher umfüllen. Die Polizei wollte so verhindern, dass Flaschen später zu gefährlichen Wurfgeschossen werden, sollte es zu Ausschreitungen kommen.

Viele Jahre entwickelten sich aus der Walpurgisnacht heraus Randale, weil Angetrunkene randalierten und mit Flaschen auf Polizisten und Parkbesucher warfen. „Der Mauerpark war damals ein beliebter Treffpunkt - nennen wir es mal liebevoll - junger Krieger, die aus ganz Deutschland angereist sind und gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Ordnung und ihren Hütern suchten“ sagte Alexander Puell. Zudem verhindert die Polizei, dass illegale Bierverkäufer in den Mauerpark gelangen. Auch Grillen ist an diesem Abend verboten.

Für den Abend und die Nacht waren neben dem Lagerfeuer auch zahlreiche Auftritte von Musikern geplant. DJs spielten Electro, Bands, darunter war auch eine australische Gruppe, hatten sich angekündigt. Jeder, der Lust hat, konnte etwas aufführen. „Das Motto ist für den Mauerpark typisch: Mitmachen“, sagte Alexander Puell.

Erstmals wurde in diesem Jahr der Wunsch der Veranstalter erfüllt, dass die Feier nicht um Mitternacht endet. Der Bezirk und die Polizei dulden Musik und Tanz bis ein Uhr morgens.

In den vergangenen Jahren kamen bis zu 1500 Menschen zur Walpurgisnacht in den Mauerpark. Es blieb friedlich, lediglich einen Drogendealer nahm die Polizei im vergangenen Jahr fest.