Fennpfuhl Britz: Polizeitaucher suchen nach gestohlenen Stolpersteinen

Taucher der Polizei haben am Mittwochvormittag im Neuköllner Ortsteil Britz nach gestohlenen Stolpersteinen gesucht. In den vergangenen Wochen waren in der dortigen Hufeisensiedlung und der Umgebung insgesamt 20 dieser Messingplatten gestohlen worden, die in die Bürgersteige eingelassen waren.

„Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass die Täter die Stolpersteine in den Fennpfuhl geworfen haben“, begründete ein Polizeisprecher den Einsatz. Konkrete Hinweise darauf habe es jedoch nicht gegeben. Das Gewässer neben der Hufeisensiedlung ist etwa 8 000 Quadratmeter groß. Kurz vor Mittag beendete die Polizei die Suchaktion. Die Taucher fanden nichts.

Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus

Wegen der Diebstähle ermittelt die für die Verfolgung politisch motivierter Straftaten zuständige LKA-Abteilung Staatsschutz. Dort gehen die Ermittler davon aus, dass die Steine von Rechtsradikalen entwendet worden sind.

Bei den Stolpersteinen handelt es sich um ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, mit dem an Menschen erinnert wird, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Die Steine selbst sind kleine Betonquader mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, die in den Gehweg vor dem letzten frei gewählten Wohnort von Verfolgten des Nationalsozialismus eingelassen werden.

Stolperstein-Diebstähle häufen sich

Auf der Oberfläche befindet sich eine Messingplatte, auf der der Name und das Schicksal des Menschen, an den erinnert wird, zu lesen ist. Erinnert wird an Juden, Sinti, Roma, Menschen aus dem Widerstand, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Opfer der „Euthanasie“-Morde.

Eine Häufung der Stolperstein-Diebstähle in Britz gab es um den diesjährigen Jahrestag der Pogromnacht am 9. November. Aber auch in anderen Teilen der Stadt gab es entsprechende Vorkommnisse. Laut Polizei beschädigten am 5. November unbekannte Täter das Plakat „Gegen das Vergessen“, das anlässlich der Pogromnacht am Zaun einer Kirche in der Sophienstraße in Mitte angebracht war. Das Gesicht einer älteren Frau auf dem Transparent wurde mehrfach zerschnitten.