Ein Berliner hat auf der A9 in Sachsen-Anhalt einen tödlichen Unfall verursacht und ist einfach weitergefahren. Der 67 Jahre alte Fahrer eines VW-Transporters konnte von Fahndern der Polizei wenige Stunden später in Brandenburg aufgespürt werden. Er wurde vorläufig festgenommen.

Das Unfall-Drama ereignete sich in der Nacht zu Sonntag auf der Autobahn 9 (Berlin - Nürnberg). Bei Zörbig im Landkreis Anhalt-Bitterfeld wollte ein 55-jähriger Pannenhelfer auf dem Standstreifen ein defektes Auto auf sein Abschleppfahrzeug laden. Dabei wurde er um kurz nach Mitternacht aus noch ungeklärter Ursache von einem in Richtung Berlin fahrenden Transporter erfasst. Für den Pannenhelfer kam jede Hilfe zu spät. Er starb noch am Unfallort an den schweren Verletzungen.

Laut Zeugen habe der 67-jährige Transporter-Fahrer nicht angehalten, sondern sei einfach weitergefahren, sagte ein Polizeisprecherin. Fahrerflucht statt Erster Hilfe. Der Berliner hatte auch das Abschleppfahrzeug und einen Opel touchiert, wodurch Fahrzeugteile auf die Autobahn geschleudert worden waren. Anhand der Unfallspuren am Transporter hatten die Ermittler eine Spur, die sie bis nach Brandenburg führte. Die schnelle Fahdung zahlte sich gegen 3.30 Uhr aus.

Unfallspuren verraten Transporter-Fahrer

Die Polizei fand den 67-Jährigen aus Berlin anhand der Lack- und Blutspuren. Polizisten hatten zuvor eine genaue Beschreibung des Transporters an alle Einsatzkräfte herausgegeben. So konnte das Fahrzeug schließlich in der Nähe der A9 in Brandenburg festgestellt werden. Der Fahrer irrte zu diesem Zeitpunkt noch immer mit dem Unfallwagen umher. Wo genau er hinwollte und warum er vom Unfallort floh, war zunächst unklar. Gegen ihn wird jetzt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Unfallflucht ermittelt. Der VW-Transporter wurde für die Spurensicherung als Beweismittel sichergestellt.

Durch den Unfall entstand an dem Abschleppfahrzeug ein Schaden in Höhe von 20 000 Euro. Am Unfallort fuhr zudem ein Auto über die Teile und wurde beschädigt. Bei dem Wagen belaufe sich der Schaden auf rund 1000 Euro, hieß es. Der 61-jährige Fahrer aus Wittenberg wurde laut Polizei nicht verletzt. Wegen der Rettungs- und Bergungsarbeiten wurde die A9 am Unfallort für acht Stunden gesperrt. Die A9 wurde morgens um 7 Uhr wieder freigegeben.