Feuerwehr-Gewerkschaft schlägt in Berlin Alarm: Es könnte Tote geben

Die Feuerwehr-Gewerkschaft hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, die alarmierend ist: Am Samstag standen nur gut 80 Rettungswagen vier Millionen Menschen zur Verfügung.

In Berlin arbeitet die Feuerwehr am Limit.
In Berlin arbeitet die Feuerwehr am Limit.Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Die Feuerwehr-Gewerkschaft hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, die alarmierend ist: Am Samstag standen nur gut 80 Rettungswagen vier Millionen Menschen zur Verfügung. In der Pressemitteilung, die am Montag veröffentlicht wurde, heißt es: „Der vergangene Samstag war hinsichtlich des Rettungsdienstes in Berlin von einer Dramatik geprägt, wie sie ihresgleichen sucht. Nur gut 80 Rettungswagen standen vier Millionen Menschen gegenüber. Die Leitstelle der Berliner Feuerwehr war in einer selten erlebten Personalnot und zeitgleich erlebte Berlin das letzte Ferienwochenende mit mehreren Großveranstaltungen.“

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „‚Teilweise konnten an diesem Abend dringlichste Einsätze nicht sofort beschickt werden. Bis zu 7 Minuten lang gab es keinen einzigen Rettungswagen mehr. Es ist unter diesen Umständen nicht abwegig zu glauben, dass wir irgendwann Tote zu beklagen haben werden. Wir fordern erneut eine Aufarbeitung der betroffenen Einsätze‘“, so Lars Wieg, Vorsitzender der DFeuG Berlin Brandenburg. ‚Angesichts dieser Entwicklung kann man sich nur noch als Passagier eines außer Kontrolle geratenen Zuges fühlen. Ähnlich der Maßnahmen eines Katastrophenfalls finden sich Patienten auf dem Sitz in einem Löschfahrzeug wieder, um ins Krankenhaus gebracht zu werden.‘“

Lars Wieg weiter: „Wir wundern uns ehrlich über den ausbleibenden Aufschrei aus der Bevölkerung. Es scheint immer noch nicht klar, dass wir annähernd jeden Tag Phasen haben, in denen Menschen in lebensbedrohlichen Situationen auf sich selbst gestellt sein werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt am Wochenende und verschärft sich durch jede Großveranstaltung, deren Versorgung die Berliner Feuerwehr garantieren muss.“ Der Pressesprecher der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft spricht vom Ausnahmezustand.

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Immer mehr Berliner Behörden und öffentliche Einrichtungen haben mit Personal- und Ressourcenknappheit zu kämpfen. In den Schulen fehlt es an Lehrern, bei der Feuerwehr an Personal. Die Krankheitslage erschwert die Lage immens.

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